Wegen Drogenhandels: Erneute Großrazzia in Bonn und der Region

Wegen Drogenhandels : Erneute Großrazzia in Bonn und der Region

Am Donnerstag kam es erneut zu einer groß angelegten Razzia in Bonn und der Region. Die Polizei ermittelte wegen Drogenhandels und nahm Personen fest.

Bei einer groß angelegten Razzia hat die Polizei am Donnerstagmorgen sechs mutmaßliche Drogendealer in Bonn, Meckenheim und Wachtberg festgenommen. Die Ermittler, die mit insgesamt 140 Einsatzkräften und Spürhunden anrückten, konzentrierten sich vor allem auf den Stadtteil Tannenbusch. Ziel war die Sicherung von Beweismitteln in einem Verfahren gegen eine ganze Gruppe von Verdächtigen. „Sie sollen in Tannenbusch, der Innenstadt im Bereich des Hofgartens, des Kaiserplatzes und der Poststraße mit Kokain und Marihuana Handel getrieben haben“, sagt der Bonner Polizeisprecher Robert Scholten.

Die Fahnder kommen in den frühen Morgenstunden

Bereits gegen 6 Uhr stürmten die Fahnder acht Wohnungen, teilweise mit Rammböcken. Darunter waren auch die Wohnblocks am Chemnitzer Weg, der Stolpstraße und der Riesengebirgsstraße. „Bereits Ende 2018 mehrten sich Hinweise auf den 27-jährigen Haupttatverdächtigen“, sagt Scholten. Verdeckte Ermittler stellten fest, dass er von dort aus auch Jugendliche mit Kokain und Marihuana versorgte, die die Drogen anschließend im Hofgarten verkaufen sollten. „Verliefen die Geschäfte der zum Teil nur 15-jährigen Jungdealer nicht wie erwartet, schreckte er nach dem aktuellen Erkenntnisstand auch nicht vor Drohungen und körperlichen Misshandlungen zurück.“ Gewalt soll für den 27-Jährigen ein probates Mittel gewesen sein: So versuchte er auch rivalisierende Gruppen zu vertreiben, die im Hofgarten Drogen verkauften. Bekannt war er der Polizei ohnehin schon, mehrfach war er wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Waffenrecht aufgefallen.

Dass die Wohnblöcke rund um den Chemnitzer Weg „richtige Drogenumschlagplätze“ sind, sei laut Anwohnern nichts Neues. „In den Innenhöfen vergeht kein Tag, an dem nicht gedealt wird“, erzählt ein junger Mann. „Die Junkies kommen aus der ganzen Stadt hierhin. Es gibt immer wieder Schlägereien, die Leute bedrohen sich mit Messern.“ Das sei vor allem für die Kinder und Jugendlichen problematisch, weil sie ständig angesprochen und mit Gewalt aufwachsen würden. „Und dann findet man auch noch ständig Spritzen auf den Spielplätzen.“ Den Einsatz der Polizei befürworten viele Tannenbuscher. „Aber wenn ein Dealer weg ist, kommt direkt ein neuer nach.“

Kinder in Tannenbusch wachsen mit Gewalt auf

In den vergangenen Monaten tauschten sich die beiden Ermittlungsgruppen „Hofgarten“ und „Tannenbusch“ intensiv aus und arbeiteten einander zu. So konnten sie laut Pressesprecher Robert Scholten mehrere Tatverdächtige identifizieren, „die überwiegend bereits bei vorangegangen Einsätzen im Hofgarten mit kleinen Mengen Rauschgift aufgefallen waren“.

Während fünf Tatverdächtige wegen Drogendelikten festgenommen wurden, sperrte die Polizei einen Mann aufgrund des Verstoßes gegen ausländerrechtliche Bestimmungen vorläufig ein. In einer Kessenicher Wohnung stellten die Drogenfahnder eine große Sporttasche sicher, die mit Cannabis gefüllt war. „Darüber hinaus fanden wir mehrere Mobiltelefone auf.“ Die Ermittlungen zu möglichen weiteren Tatverdächtigen dauere an.

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