Nach der Evakuierung in Potsdam: Ermittlungen wegen DHL-Erpresser in Bonn

Nach der Evakuierung in Potsdam : Ermittlungen wegen DHL-Erpresser in Bonn

Weil DHL seinen Sitz in Bonn hat, ermittelt die Polizei in der Stadt. Untersucht wird der Fall des Erpressers, der mit einem Päckchen unter anderem auf dem Weihnachtsmarkt in Potsdam für eine Evakuierung sorgte.

Die Erpressung des Logistikunternehmens DHL mit Paketbomben hat offenbar bereits vor drei Monaten begonnen. Das hat die Bonner Polizei am Montag auf Anfrage bestätigt, nachdem der „Spiegel“ am Wochenende darüber berichtet hatte. Für Verwirrung hatte indes die Nachrichtenagentur AFP gesorgt, die auf Grundlage der „Spiegel“-Nachricht von einem ähnlich gelagerten Erpressungsversuch „in Bonn“ schrieb.

Allerdings ist lediglich der Unternehmenssitz von DHL in Bonn der Grund dafür, dass wegen des Falls seinerzeit die Bonner Polizei und die hiesige Staatsanwaltschaft ermittelten. Nach Informationen des General-Anzeigers führten die Ermittlungen aber bislang zu keinem Ergebnis, weitere Fälle sind nicht bekannt. Somit ist auch unklar, ob ein Zusammenhang zu den aktuellen Erpressungsversuchen gegenüber dem Paketdienst besteht – geschweige denn, ob es sich um denselben Täter handelt.

Schwerpunkt der Fahndung im Raum Berlin/Brandenburg

Wie berichtet, war am 1. Dezember in einer Potsdamer Apotheke ein Paket mit einer Bombe entdeckt und unschädlich gemacht worden. Hinter dem Vorfall steckt nach Angaben der brandenburgischen Behörden eine Erpressung des Paketdienstes DHL in Millionenhöhe. Das fragliche Paket war in Potsdam aufgegeben worden. In einem ähnlichen Fall war laut Polizei eine Sendung von Berlin nach Brandenburg verschickt worden. Anfang November war zudem ein weiteres Paket an eine Firma in Frankfurt/Oder geschickt worden, wurde bei der Entschärfung aber zerstört. Weil die Ermittler von einem regional agierenden Täter ausgehen, liegt dem Vernehmen nach auch der Schwerpunkt der Fahndung im Raum Berlin/Brandenburg.

Der DHL-Konzern äußerte sich auf eine GA-Anfrage am Montag ausdrücklich nicht. Stattdessen bat ein Sprecher um Verständnis dafür, „dass wir vor dem Hintergrund des aktuellen Erpressungsversuchs gegen unser Unternehmen nach wie vor keinerlei Angaben machen können, die im Zusammenhang mit den aktuellen Ermittlungen stehen“. Das beziehe sich auch „auf Spekulationen in den Medien über mögliche kriminelle Aktivitäten ähnlicher Art in der Vergangenheit“.

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