Lange Nacht des Schreibens: Entspannungsmassagen für Studenten an der Uni Bonn

Lange Nacht des Schreibens : Entspannungsmassagen für Studenten an der Uni Bonn

Schreibberater halfen Studenten in der Langen Nacht des Schreibens beim Verfassen ihrer wissenschaftlichen Arbeiten. Zur Entspannung gab es sogar kostenlose Massagen.

„Der Professor sagte zu meiner Hausarbeit, dass ihm dazu nichts mehr einfiele“, ärgerte sich die 19-jährige Jana über ihren wortkargen Dozenten. Sie studiert seit dem letzten Wintersemester an der Philosophischen Fakultät in Bonn und habe weder für das Abitur, noch im ersten Semester gelernt, wie eine Hausarbeit strukturiert sein müsste. Sie ist eine der Studierenden, die sich am Donnerstag von der dritten Langen Nacht des Schreibens in der Hauptbibliothek der Bonner Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) an der Adenauerallee einen Rat erhoffte, wie es für sie weitergehen könnte. Der Satz des Schreiblabors auf den Werbezetteln für die Lange Nacht, „Wir unterstützen dich heute bei deinem Schreibprojekt, ganz egal, woran du gerade arbeitest“, hatte Jana Mut gemacht, mit den Fragen zu ihrer Hausarbeit in die ULB zu kommen.

Die Lange Nacht des Schreibens steht in der deutschlandweiten Reihe „Die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“. Diese jährliche Aktion soll Studenten jeweils am ersten Donnerstag im März beim Anfertigen ihrer wissenschaftlichen Arbeiten unterstützen und dabei die Chance eröffnen, das meist einsame Schreiben gegen eine gemeinschaftliche Arbeitsatmosphäre zu tauschen.

So konnten sie an verschiedenen Beratungsstationen in der ULB über den Schreibprozess, die Struktur und Argumentation des eigenen Textes, über Recherche und Literaturverwaltung sowie empirisches Arbeiten sprechen. Ab den frühen Abendstunden füllten sich die Beratungskojen des Schreiblabors, einer seit 2014 für die Bonner Studierenden eingerichteten, ständigen Anlaufstelle für alle Fragen, die beim Verfassen wissenschaftlicher Texte entstehen können.

Bis Mitternacht bestand die Möglichkeit, in Einzelberatungen Probleme zu lösen, vor die man sich bei Haus-, Bachelor- oder Masterarbeiten gestellt sah. Dabei wurde nur selten das Beratungslimit von einer Stunde erreicht. Meist konnten die wissenschaftlichen Mitarbeiter und Tutoren des Schreiblabors den Klienten schneller helfen. „Manchmal konnte schon der Tipp hilfreich sein, sich das eigene Projekt mit einem gewissen Abstand anzusehen“, sagte Schreibberater Andreas Bissels. „Man sollte eine Arbeit in handhabbare Teilschritte zerlegen. Dabei nicht immer an die 80 Seiten denken, die man schreiben muss, sondern sich zum Beispiel darauf beschränken, dass es die nächsten zwei Wochen nur um die Einleitung geht“, so der Kommunikationswissenschaftler.

Da Studenten entgegen der allgemeinen Vorstellung, durchaus ungünstige Lebensstile aufweisen können, kümmert sich seit 2011 der „Healthy Campus“, eine Initiative der Bonner Uni und der Kölner Sporthochschule auch um das körperliche Wohl der Studierenden. „Man sollte unbedingt verhindern, dass auf die Masterarbeit ein Burn-out folgt“, sagte Marc Wintersohle, der mit seinem Balltraining die Studierenden nicht nur sprichwörtlich auf andere Gedanken brachte. Ausgebuchte Massageeinheiten und vielfältige kinetische Übungen sorgten zudem dafür, dass sich auch in der Langen Nacht Verspannungen lösten und der Kopf wieder frei werden konnte, um sich mit neuer Kraft der wissenschaftlichen Arbeit zuzuwenden.

Die offene Sprechstunde des Schreiblabors findet immer dienstags von 11 bis 13 Uhr und donnerstags von 16 bis 18 Uhr in der ULB statt. Bonner Studierende können das kostenlose Angebot ohne Anmeldung für Beratungen bei ihren wissenschaftlichen Arbeiten nutzen.

Mehr von GA BONN