RB 23: Enger Takt und knappe Wendezeiten

RB 23 : Enger Takt und knappe Wendezeiten

Die Regionalbahn 23 ist eine große Baustelle. Und das nicht nur, weil die Voreifelstrecke zwischen Duis-dorf und Witterschlick zurzeit ausgebaut wird und daher hier Ersatzbusse fahren. Genervt waren Reisende bereits zuvor - über teils massive Verspätungen, verkürzte Züge mit zu wenig Platz oder gar komplette Ausfälle. Und es ist gut möglich, dass die Bahn auch nach dem Abschluss aller Bauarbeiten auf der Strecke weiter um die Qualität kämpfen muss.

Zur Erinnerung: Im Jahr 2005 war die RB 23 die pünktlichste Linie in NRW mit einer Quote von mehr als 95 Prozent. Davon kann keine Rede mehr sein. Seit mehreren Jahren schlingert die Regionalbahn zwischen Bonn und Euskirchen von Problem zu Problem. So häuften sich etwa Verspätungen und Zugausfälle, nachdem Mitte September 2011 das neue elektronische Stellwerk in Euskirchen in Betrieb genommen worden war.

Aktuell gibt es Ärger um die neuen Züge. Unter dem Namen "Vareo" sollen bis Jahresende nach und nach 56 Fahrzeuge vom Typ Coradia LINT im Kölner Dieselnetz fahren, zu dem die RB 23 gehört. Die Züge hätten aber schon früher auf die Strecke kommen sollen. Grund für die Verzögerung sind Mängel, die der Hersteller beseitigen musste.

Allerdings scheinen auch die "Vareos", die bereits fahren, nicht fehlerfrei zu sein. Reisende berichten, dass sich die wenigen Türen sehr langsam öffnen, was zu Verspätungen führt. Auch können die Züge die knappen Wendezeiten in Bonn und Euskirchen aufgrund technischer Anforderungen fast nicht einhalten. Dazu kommt: Bestandsfahrzeuge müssen zu routinemäßigen Untersuchungen, weswegen noch mehr Züge fehlen.

Die Arbeiten zum zweigleisigen Ausbau erfolgen über die Sommerferien. Die beiden Haltepunkte Endenich-Nord und Alfter-Impekoven sollen im Dezember eröffnet werden, wenn auch alle neuen Züge da sein sollen. Ob die RB 23 dann wieder pünktlicher sein wird, bleibt aber fraglich. Zu eng erscheint der Fahrplan. Im Juni hatte der Alfterer Grünen-Ratsherr Michael Schroerlücke als Lösung der Probleme eine "sinnvolle Verlängerung der Fahrzeit sowie eine Erweiterung der Wendezeiten" ins Spiel gebracht.