Eisvogel in Bonn: Der Eisvogel ist an mehreren Bonner Orten heimisch

Schillernde Erscheinung : Der seltene Eisvogel ist an mehreren Bonner Orten heimisch

Wie ein schillernder bunter Pfeil stößt der Eisvogel ins Wasser, um kleine Fische zu fangen. Er ist scheu und selten, und trotzdem hat er sich an manchen Orten in Bonn und der Region angesiedelt. Vogelliebhaber haben ihn entdeckt und fotografiert.

Einen Eisvogel im Stadtgebiet zu entdecken, ist selten. Der kleine, schillernd-bunte Vogel mit dem langen, schmalen Schnabel ist scheu. Doch mit Geduld und etwas Glück ist es möglich, den Vogel mit der Kamera einzufangen - auch in der Stadt. Petra Schmidt hatte das nötige Glück. Auf der Außenanlage des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) leben inzwischen zahlreiche Tiere wie Kraniche, Frösche, Libellen und Kaninchen. Auch für den Eisvogel ist die dortige Teichlandschaft zum Rückzugsort geworden. „Dienstagnachmittag habe ich an den Bäumen vor unseren Büros eine Bewegung wahrgenommen“, sagt Schmidt, die seit 30 Jahren im BMU arbeitet. Zunächst dachte sie, es sei ein Kleiber. „Als ich es blau aufblitzen sah, war ich mehr als glücklich“, so Schmidt.

Sie zückte ihre Kamera und fotografierte den kleinen Vogel. Die Bilder teilte sie in der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Bonn wenn...“. Daraufhin schrieben ihr einige Nutzer, dass auch sie den Eisvogel in Bonn bereits gesichtet haben. In vielen Hausteichen seien die Vögel regelmäßige Besucher. Für alle, die ihn bislang nicht sehen konnten, teilt Schmidt ihre Bilder im Netz. “Ich freue mich, wenn ich mit meinen Bildern den Menschen die verborgenen Dinge in unserer Stadt näher bringen kann“, sagt sie.

Nach Angaben des Naturschutzbundes (NABU) wird der europäische Gesamtbestand des Eisvogels auf etwa 120.000 Brutpaare geschätzt. Davon brüten bis zu 7.000 in Deutschland. Da ein deutlicher Rückgang zu erkennen ist, ist der Vogel auf einer Vorwarnliste verzeichnet. Grund für den Rückgang der Vögel ist die Kanalisierungen von Fließgewässern und Gewässerverschmutzungen. In dicht bevölkerten Regionen ist der Eisvogel nach Angaben des NABUs mittlerweile eine ausgesprochene Seltenheit.

Obwohl der Eisvogel ein scheues Tier ist, sei es aber grundsätzlich keine Überraschung, dass er in Bonn heimisch geworden ist. „Der Vogel benötigt eine artgerechte Umgebung, damit er sich ansiedelt“, erklärt Peter Meyer vom NABU Bonn. Dazu brauche er zum Beispiel einen Bach oder einen Tümpel, in dem kleinere Fische leben. Dazu einen überhängenden Ast oder eine steile Wand, von wo aus der Vogel seine Beute sehen kann. Mit seinem charakteristischen Sturzflug jagt der Eisvogel dann die kleinen Fische. Seine Nisthöhle baut der Eisvogel an Steilufern von Gewässern.

Dem Naturschutzbund Bonn sind auch weitere Bonner Orte bekannt, an denen die Vögel bereits gesichtet wurden. Dazu zählen der Venusberg in Kessenich, die Rheinaue, das Katzenloch in Bonn-Ippendorf oder das Gelände an den Kiesgruben in Hersel. Im Jahr 2009 hatte der NABU Bonn dazu aufgerufen, Eisvogel-Sichtungen mitzuteilen und mit Fotos zu dokumentieren. Im besagten Jahr wurde der Eisvogel zum Vogel des Jahres gewählt - zum zweiten Mal nach 1973.