Kommentar zum UN-Campus: Einheitliche Wegeführung für Radfahrer

Kommentar zum UN-Campus : Einheitliche Wegeführung für Radfahrer

GA-Redakteur Philipp Königs findet, dass die Kennzeichnung und Markierung von Geh- und Radwegen besser werden muss.

Die Stadt Bonn hat beim Bau der DB-Haltestelle UN-Campus zweifelsohne ein ordentliches Tempo vorgelegt, um die eigenen Hausaufgaben zu erledigen. Auch die Deutsche Bahn hatte in Sonderschichten gearbeitet, damit der Bahnhof vor der großen Weltklimakonferenz im vergangenen November einsatzbereit war. Eine Randnotiz, aber erwähnenswert: Städtische Mitarbeiter haben damals einen provisorischen Unterstand an der Bushaltestelle zusammengezimmert, weil es Lieferengpässe bei der Bestellung gab. Es ist also Nachsicht geboten. Das Vorziehen von Baumaßnahmen kann Verzögerungen an anderer Stelle nach sich ziehen, zumal die rege Bautätigkeit (nicht nur in Bonn) zu übervollen Auftragsbüchern bei Fachfirmen führt, die eben nach und nach abgearbeitet werden müssen.

Ein anderes, viel grundsätzlicheres Thema wird an dem Haltepunkt offenbar. Bei der sinnvollen Kennzeichnung und Markierung von Geh- und Fahrradwegen sowie Straßenraum, der gemeinsam benutzt wird, hat die Stadt Nachholbedarf. Natürlich setzen die Vorgaben der Straßenverkehrsordnung hier Grenzen. Aber es ist nicht verständlich, warum gerade bei gemeinsamen Wegen nicht mehr mit Farbkontrasten gearbeitet wird, um den Radfahrern eindeutige Hinweise zu geben, wo sie entlangfahren dürfen. Das wäre auch im Sinne der Fußgänger, um zu erkennen, dass sie mit Radverkehr zu rechnen haben. Einzelne Vorschläge der Stadt zum Ausbau der Radinfrastruktur liegen durch das Förderprogramms „Lead City“ derzeit im Bundesumweltministerium. Es wäre darüber hinaus sinnvoll, intensiv zu überlegen, wie eine Vereinheitlichung der Rad- und Gehwegeführung hinzubekommen ist, die intuitiver funktioniert als ein Schilderwald.

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