Kommentar zu Quecksilberverseuchung in Uni-Institut: Eine ernste Situation

Kommentar zu Quecksilberverseuchung in Uni-Institut : Eine ernste Situation

Die Bonner Alma Mater hat sich aufgemacht, den begehrten Status einer Exzellenz-Universität zu erringen. Die brillanten Wissenschaftler, die es dafür braucht, sitzen allerdings häufig in alten Gebäuden, deren Zustand alles andere als exzellent ist.

Der Sanierungsstau in den rund 250 Häusern dürfte Hunderte von Millionen Euro schwer sein. Zuständig für Baumaßnahmen ist aber nicht die Uni selbst, sondern der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB), was die Situation nicht eben vereinfacht.

Die Universität trägt an einem schweren baulichen Erbe, an dem sie keine Schuld hat. Die Quecksilberbelastung im früheren Chemischen Institut geht allerdings weit über die üblichen Probleme hinaus. Die Grenzwerte werden dort offenbar deutlich überschritten. Ein Gutachten im Uni-Auftrag und eine vom GA erbetene Einschätzung aus dem Umweltbundesamt legen nahe, dass weitergehende Maßnahmen ergriffen werden müssen, um Mitarbeiter und Studenten zu schützen – bis hin zum kompletten Entfernen der verseuchten Abwasserleitungen.

Möglicherweise wird die Universitätsleitung in Zusammenarbeit mit dem BLB genau das am Ende veranlassen, wenn andere Mittel nicht reichen sollten. Bei allem Verständnis dafür, dass sie in einem laufenden Verfahren zurückhaltend mit Informationen umgeht: Aber die Fakten, die ihr im Gutachten vorliegen, gehören schon jetzt an die Öffentlichkeit – ebenso wie eine klare Aussage zum weiteren Vorgehen. Die jahrzehntelang unentdeckte Quecksilberbelastung könnte für jene Menschen bedenklich sein, die ihr über einen langen Zeitraum ahnungslos ausgesetzt waren – was in erster Linie für Mitarbeiter gelten dürfte. Die Universität wäre gut beraten, die potenziell Betroffenen zu ermitteln und über die mögliche Gefahr zu informieren.

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