Kleingartenanlage in Dransdorf: Einbrecher bei der Tat fotografiert

Kleingartenanlage in Dransdorf : Einbrecher bei der Tat fotografiert

Offensichtlich nicht mit besonderer Pfiffigkeit ausgestattet sind zwei Einbrecher, die in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in die Kleingartenanlage an der Schwarzen Brücke eingestiegen sind und dort rund 20 Hütten aufbrachen.

Denn entweder haben sie vor der Tat ihr Objekt nicht ausgekundschaftet oder ihnen ist dabei schlicht und einfach das eigentlich unübersehbare Schild am Zaun entgangen, auf dem zu lesen ist: "Achtung Videoüberwachung."

Es kam, wie es kommen musste. An einer der Hütten wurden sie von einer Kamera mit Bewegungsmelder im Dunkeln fotografiert. Die war in einem Busch versteckt und schoss insgesamt 27 Bilder. Auf ihnen sind die beiden Täter mal mehr, mal weniger gut zu erkennen, außerdem die Ausführung der Tat.

Für Karl-Hermann Trachte, den Vorsitzenden des Kleingartenvereins, vor dessen Hütte die Kamera seit acht Wochen hängt, ist das Beweismaterial dennoch kein großer Trost. Ihm wurde eine rote Honda-Motorhacke aus seinem Lagerschuppen gestohlen, die einen Neuwert von 560 Euro hat. Wenigstens, so sind er und die anderen Kleingärtner erleichtert, haben die Einbrecher nichts kaputt geschlagen, obwohl sie mindestens eineinhalb Stunden in der Anlage gewesen sein müssen. Laut Polizei gibt es weitere Geschädigte, man habe allerdings noch nicht mit allen sprechen können, sagte Sprecherin Daniela Lindemann. Die Fotos liegen auch der Polizei vor.

Die Taten sind kein Einzelfall. "Es ist das siebte oder achte Mal, dass in diesem Jahr hier eingebrochen wurde", sagt ein anderer Gartenbesitzer. Ihm selbst sei schon ein Generator entwendet worden. "Es geht den Tätern um Werkzeug, das schnell zu verscherbeln ist", glaubt er. "In den Hütten selbst gibt es nichts zu klauen." Auch Alkohol ließen sie stehen.

Bei den unbekannten Tätern handelt es sich um junge Männer. Einer trug eine Strickmütze und hatte an der Brusttasche seiner Jacke auffällige Aufnäher. Der andere Mann trug eine Umhängetasche mit einem weiß abgesetzten Reißverschluss auf der Außenseite und war Raucher. Die Kleingärtner wollen sich jetzt von der Polizei beraten lassen, wie sie die Anlage besser vor unbefugtem Betreten schützen können, zum Beispiel durch Stacheldraht. Aber auch Trachte weiß: "Absolute Sicherheit wird es nicht geben."

Die Polizei teilte mit, sie versuche die Täter zu identifizieren, aber bisher ohne öffentliche Fahndungsmaßnahmen, für die es einen richterlichen Beschluss brauche. "Wir regen das erst an, wenn wir die anderen Ermittlungsansätze verfolgt haben", so Lindemann. Hinweise auf die Täter werden gleichwohl unter Tel. 0228/150 angenommen.

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