Umgehung von Schleichverkehr in Kessenich: Einbahn in der August-Bier-Straße

Umgehung von Schleichverkehr in Kessenich : Einbahn in der August-Bier-Straße

Ein winziges Stück Einbahnstraße soll Probleme vieler Anwohner lösen. Mit einem Verkehrsversuch in Kessenich haben sich am Dienstagabend die Politiker der Bezirksvertretung Bonn beschäftigt und stimmten dafür, dass er nach den Sommerferien durchgeführt wird - als Teil eines Verkehrskonzeptes für das nördliche Kessenich und die südliche Südstadt.

Für acht Wochen gilt dann auf der August-Bier-Straße zwischen Burbacher- und Aloys-Schulte Straße in Fahrtrichtung Hausdorffstraße die Einbahnregelung. Die Stadt begründet das mit Verkehrsdaten und Beobachtungen, wonach derzeit viele Autos vom Kreisverkehr in Kessenich über den Bonner Talweg an dieser Stelle vorbei zur Reuterstraße fahren - also über die Wohnstraßen. Mit anderen Worten: Es gibt einen Schleichverkehr, wie es auch Herbert Spoelgen (SPD) auf den Punkt brachte.

Doch es geht nicht allein darum, den auszuschalten. So hatte der Hauptausschuss die Verwaltung vor einem Jahr beauftragt, nicht nur kleinräumige Verkehrsaspekte zu untersuchen, sondern auch die großräumigen Erschließungsfragen der geplanten Bahnquartiere zwischen Reuterbrücke und Miesengrundstück. Für die die Bebauung an der Franz-Lohe-Straße etwa gab es in der BV erstes grünes Licht (siehe Infotext).

Was passiert also, wenn ein kleiner Eingriff - wie jetzt mit der Einbahnstraße - erfolgt? Der Stadt fehlen bislang solche Erkenntnisse für Nebenstraßen. Ziel sein nun, besser abschätzen zu können, ob sich die Autos dann großräumiger auf das Hauptverkehrsstraßennetz verteilen. Nehmen die Fahrer vom Kreisel zur B 9 mögliche Alternativstrecken und wie viele sind es? Das ginge über die Eduard-Otto-Straße zur Burbacher Straße, von der August-Bier-Straße zur Hausdorffstraße oder über den Bonner Talweg direkt zur Reuterstraße. "Einige der Straßen auf den Alternativrouten sind allerdings in den Spitzenstunden auch stärker belastet und verfügen ebenfalls nur noch über eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit in einigen Knotenpunktbereichen", weiß die Stadt schon jetzt.

So soll der Versuch von Verkehrszählungen an mehreren Stellen im Viertel begleitet werden - noch vor und auch während der Testphase. So wollen die Verkehrsexperten mögliche Vor- und Nachteile der Einbahnregelung herausfinden.

Der Einbahnstraßenabschnitt ist übrigens deshalb so kurz, damit die Anlieger keine großen Umwege nehmen müssen. David Lutz (CDU) schlug vor, dass die neue Regelung nicht für Radfahrer gelten soll, was auch Verkehrsplaner Helmut Haux für sinnvoll hält. Entsprechende Zusatzschilder sollen darauf hinweisen. Der Verkehrsversuch wird mit der Bürgerinitiative Kessenich abgestimmt. Am Ende werden die Politiker über die Ergebnisse informiert. "Diese fließen auch in die großräumige Gesamtanalyse für Kessenich/Dottendorf ein", so die Stadt.

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