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Kommentar: Ein Stern zu viel

Kommentar : Ein Stern zu viel

Wer vernünftig regiert werden will, bekommt das nicht zum Nulltarif. Diese Binsenweisheit gilt im Bund, im Land, aber auch in der Kommune. Ratsarbeit und Stadtverwaltung kosten Geld. Letztere sogar richtig viel: Fürs Personal wendet die Stadt in diesem Jahr 282 Millionen Euro auf - Tendenz steigend.

Dagegen sind die 12.000 Euro, die Oberbürgermeister Nimptsch gerade in eine Führungskräfte-Klausur investiert hat, fast schon Kleingeld. In der freien Wirtschaft sind solche Tagungen üblich, um den Erfolg der Firma zu beflügeln. Auch eine Verwaltung kann auf diesem Weg zweifellos ihre Arbeit (für den Bürger) verbessern. Man darf sich bei einem Sammelsurium von hundert verschiedenen Themen binnen 24 Stunden allerdings fragen, wie intensiv die Gespräche zwischen den 45 Führungskräften wirklich gewesen sind.

Das eigentliche Problem liegt aber woanders: im fehlenden Kostenbewusstsein der Bonner Verwaltung. In einer Stadt, die seit Jahren über Sparzwänge diskutiert, die Bäder schließen muss, die Steuern anhebt, die Vereinszuschüsse streicht - in so einer Stadt sollte die Verwaltungsspitze nicht in einem Vier-Sterne-Hotel tagen. In Bonn selbst gibt es preiswerte Alternativen wie das integrative Haus Müllestumpe in Graurheindorf. Und auch außerhalb hätte die Verwaltung sicherlich Angebote finden können, die weit unter den 12 000 Euro liegen.