MS Wissenschaft in Bonn: Ein Schiff entdecken, das nicht untergeht

MS Wissenschaft in Bonn : Ein Schiff entdecken, das nicht untergeht

Timo war ganz begeistert von dem Schiff, das nicht untergehen kann. In der Ausstellung „Meere und Ozeane“ auf der MS Wissenschaft, die am Samstag am ehemaligen Bundeshaus anlegte, testete der Neunjährige das Modell eines Seenotrettungsbootes, das in einem runden Glasbehälter schwamm.

Es ist mit einem Rad verbunden, das man von außen drehen kann. Nur wenn man ganz vorsichtig war, konnte man das Boot auf den Kopf drehen. Schiffe wie dieses sind so konstruiert, dass sie auch bei sehr rauem Seegang nicht kentern können.

„Wir schreiben momentan Sachtexte in Deutsch über Tiere“, erzählte der Viertklässler. „Im Meer sind so viele Tiere drin.“ Deshalb war er Feuer und Flamme, als seine Mutter ihm vorschlug, das Ausstellungsschiff zu besuchen. „Hier kann man viel anfassen“, stellte Angela Kraus fest. Das sei gut für Kinder in Timos Alter.

Für Steffen Schurr waren andere Dinge interessant, etwa die digitale Darstellung der Erdkugel, auf der man Kontinentalplatte, Erdbebengebiete am Meeresboden und anderes erkennen kann. Auch mit der Problematik der Verschmutzung der Ozeane beschäftigte er sich ausgiebig. Er studiert Technikjournalismus mit Spezialisierung auf Umweltwissenschaften. „Die Ausstellung ist faszinierend“, meinte er.

Filme, Schalttafeln, eine Expedition zum Meeresboden via 3-D-Brille und viele Informationen: Die Ausstellung auf dem ehemaligen Lastschiff, das in 33 Städten Halt gemacht hat, schafft den schmalen Grat, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene sehr interessant zu sein.

Schwerpunktthemen sind „Entdecken, Nutzen, Schützen“. Man wolle die Faszination zeigen und Neugier wecken und zugleich den Einfluss der Meere aufs Klima bewusst machen, sagte Georg Schütte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Bonn. Bonn ist die vorerst letzte Station, im Frühjahr 2017 fährt das Schiff aber weiter.