Kommentar: Ein neuer Ton

Kommentar : Ein neuer Ton

Ein neuer Ton hat Einzug gehalten im Verwaltungsgebäude der SWB Bus und Bahn. Doch das Kernproblem ist damit längst noch nicht gelöst, meint GA-Mitarbeiter Martin Wein.

In der Vergangenheit waren aus dem Haus der Stadtwerke schon ganz andere Töne zu hören gewesen. Etwa, dass man sich ja nicht bei jedem Unfallopfer entschuldigen könne. Damals ging es um eine Hochbetagte, die von einem rabiaten Fahrer in der Bustür eingeklemmt und zu Fall gebracht worden war. Der städtische Konzern hielt nicht einmal einen Blumenstrauß ins Krankenhaus für angemessen.

Mit noch so ehrlich gemeinten guten Worten sollte es indes nicht getan sein. Es ist zwar ein echter Gewinn, dass die SWB inzwischen nach Anmeldung einen Transport für Menschen im E-Rolli anbieten. Noch besser wäre es trotzdem, wenn auch der Flughafenbus flexibler nutzbar wäre. Warum gibt es kein platzsparendes Kofferregal, das zumindest Raum für kleine Rollstühle oder einen Rollator lässt? Auch sind Besitzer von E-Rollis nach wie vor aus dem öffentlichen Nahverkehr verbannt und damit in ihrer Beweglichkeit extrem eingeschränkt. Sie können nicht spontan ins Kino fahren oder zum Einkaufen, sondern müssen Stunden vorher disponieren.

Auch andere, gar nicht so kleine Gruppen werden sträflich behandelt. Warum werden beispielsweise Fahrpläne nicht in einer Mindestgröße ausgehängt, damit auch Sehbehinderte sie nach Möglichkeit lesen können? In Bonn hingegen wurden Haltestellenschilder jüngst erst verkleinert. Gerade Betriebe in öffentlicher Hand sollten beim Thema Inklusion Vorreiter sein. Auch wenn der Anteil der gesunden Berufspendler wächst, gibt es schließlich viele Menschen mit Handicap, die die Busse und Bahnen füllen.

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