Museum Koenig in Bonn: Ein kurzer Blick auf den Regenwald

Museum Koenig in Bonn : Ein kurzer Blick auf den Regenwald

Technikjournalistik-Studenten der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg beobachten mit ihren Handys Präparatoren des Museum Koenig.

Vorsichtig und behutsam bearbeitet die Präparatorin ein grünes Blatt. Mithilfe eines Spezial-Werkzeuges arbeitet sie in das Plastikblatt Fraßspuren ein, die Tiere hinterlassen haben sollen. Später setzt sich die Mitarbeiterin des Museum Koenig eine Schutzmaske auf, zieht sich Schutzhandschuhe an und bemalt verschiedene Blätter, denen sie zuvor die Spuren beigebracht hatte. Später erhitzt sie die Blätter und klebt diese an einen großen Stiel.

All diese Arbeitsschritte zeigt das nur 60 Sekunden lange Video „Der König des Regenwaldes“, das die beiden Technikjournalismus-Studenten Katharina Miß und Fynn Koretz von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg gedreht haben. Mit ihrer Arbeit gewannen die beiden den ersten Platz des Videowettbewerbs „60 Sekunden Regenwald“, den die Alexander-Koenig-Gesellschaft und die Hochschule unter ihren Erstsemestern ausgeschrieben hatte. Zur Belohnung dürfen die beiden Gewinner nun einen Tag im NRW-Büro der Deutschen Presse-Agentur verbringen.

Einminütige Clips mit dem Smartphone

33 Technikjournalisten-Studenten haben sich – eingeteilt in zwölf Teams – an diesem außergewöhnlichen Wettbewerb beteiligt. Mit ihren Smartphones drehten die jungen Leute die einminütigen Clips und beobachteten die Arbeit der Präparatoren des Museums. „Es durften nur handelsübliche Smartphones verwendet werden – genau so wie in allen großen Medienhäusern, die mit Mobile Reporting arbeiten“, erklärte Andreas Schümchen, der Direktor des Instituts für Medienentwicklung und -analyse der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Das Thema „60 Sekunden Regenwald“ kam auch nicht von ungefähr: Es soll schon einmal einen Vorgeschmack auf die kommende Regenwald-Ausstellung des Museum Koenig sein. Die Ausstellung widmet sich einem der faszinierendsten Ökosysteme, die die Erde zu bieten hat, und das auf rund 500 Quadratmetern Fläche im Museum Koenig.

„Wenn die Regenwald-Ausstellung steht, dann wird diese ein Leuchtturm-Projekt für Bonn sein“, ist Uwe Schäkel sicher. Der Präsident der Alexander-Koenig-Gesellschaft kündigte zudem an, dass die Videos der Studenten in der Ausstellung zu sehen sein werden.

Regenwald-Ausstellung im Museum Alexander Koenig

Im Erdgeschoss wird beispielsweise das Unterholz eines afrikanischen Regenwaldes einen ersten Einblick in die Vielfalt von Pflanzen und Tieren liefern. Durch den hohlen Stamm eines Würgefeige-Modells werden die Besucher von dort aus in den ersten Stock gehen können, wo ein artenreiches Regenwald-Kronendach auf sie wartet. Die Ausstellung besteht aus insgesamt vier Teilen, die sich auf zwei Etagen verteilen. Dazu gehört die Würgefeige, das Regenwald-Kronendach, Regenwald im globalen Network und das Regenwald-Unterholz.

„Aktuell sind wir dabei, das Regenwald-Unterholz zu realisieren“, berichtete Corinna Seibt vom Museum Koenig. „Wenn wir danach noch die Finanzierung hinbekommen, wird auch das Regenwald-Kronendach umgesetzt. Insgesamt wird die Ausstellung mehr als 2,1 Millionen Euro kosten.“ Mit mehreren Kollegen war Seibt 2012 für eine Sammelexpedition in Gabun, bei der Blätter und andere Exponate gesammelt wurden.

„Wir haben insgesamt 50.000 Blatt-Rohlinge in Auftrag gegeben. Als Vorlage dienten unsere gesammelten Blätter“, erklärte sie. Doch bevor die Ausstellung im Frühjahr eröffnet werden kann, müssen die Präparatoren akribische Handarbeit für den naturgetreuen Nachbau leisten.

Anestis Jordanidis und Ruben Schäfer belegten den zweiten Platz und können sich über einen Tag beim General-Anzeiger freuen, einen weiteren zweiten Platz haben Jennifer Winter, Gonca Sirin und Morteza Yazdi belegt und besuchen den Fernsehsender Phoenix. Sting Matschullat, Henrike Bürger und Jaqueline Prinz konnten sich über den dritten Platz freuen und können Redaktionsluft bei Radio Köln schnuppern.

Der Jury gehörten TV-Moderator Ralph Caspers, Uwe Schäkel, Präsident der Alexander-Koenig-Gesellschaft, Corinna Seibt, Projektleiterin der Regenwaldausstellung, und Professor Andreas Schümchen von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg an.