FSJler und Wohnungslose begrüßen mit Freiheitsliedern und Popsongs den Frühling: "Ein Hoch auf uns"

FSJler und Wohnungslose begrüßen mit Freiheitsliedern und Popsongs den Frühling : "Ein Hoch auf uns"

"Jeder hat das Recht, frei am kulturellen Leben teilzunehmen", sagt Torsten Schreiber, Intendant der Beethoven Academy.

Schon in der vergangenen Woche hatten sich Wohnungslose und Suchtkranke in den Räumen der Gefährdetenhilfe Bonn in der Quantiusstraße versammelt, um einem Konzert zu lauschen - initiiert von Schreiber.

Nun wurden auch die Besucher selbst aktiv: In einem dreitägigen Workshop singen sie zusammen mit einer FSJler-Gruppe (Freiwilliges Soziales Jahr) aus Bonn und der Gospelsängerin Marie Enganemben kölsche Lieder und Freiheitslieder.

"Wir beginnen immer mit Beethovens Ode an die Freude", erklärt Schreiber und ergänzt: "Das Projekt wurde gut angenommen, anfangs waren alle ein wenig scheu, aber mittlerweile kenne ich ein paar Namen, und man kommt ins Gespräch. Natürlich kommen viele auch, weil es Essen gibt, aber gerade bei der Essensausgabe helfen die FSJler und kommen in Kontakt mit den Menschen, die hier sind."

"Es ist schön, wie sich die Leute darüber freuen, dass wir hier sind. Wir haben schon das Feedback bekommen, dass wir viel Abwechslung hier reingebracht haben, sie sind uns dafür sehr dankbar", erzählt eine FSJlerin, die wie alle anderen ihrer Seminargruppe gerade ein freiwilliges Soziales Jahr in einem Betrieb in der Trägerschaft der DRK-Schwesternschaft Bonn macht.

Zusammen haben sie sogar ein Lied geschrieben, in dem sie von ihren Erfahrungen in Altenheimen, Schulen und Kindergärten erzählen und das sie bei ihrem Abschlusskonzert zum Besten geben.

Gemeinsam mit Enganemben und einigen Besuchern der Gefährdetenhilfe singen sie "En unserem Veedel" von den Bläck Fööss und "Ein Hoch auf uns" von Andreas Bourani. Bei bestem Wetter kann das Konzert sogar draußen stattfinden.

Die Stimmung ist gut: Viele singen mit oder klatschen, als Enganemben sie dazu animiert, einige stehen sogar auf und tanzen in der Sonne. Auch bei den FSJlern hat das Projekt Spuren hinterlassen.

Sie haben nicht nur mit anderen Menschen gesungen, sondern auch den Druckraum kennengelernt, wo Süchtige unter hygienischen Bedingungen Drogen konsumieren können. "Den Wohnungslosen gegenüber waren wir zwar am Anfang etwas scheu, aber während der drei Tage haben wir uns etwas kennengelernt und sind jetzt viel offener geworden." (wmk)

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