Wassersportvereins Blau-Weiß Bonn: Ein „Engländer“ geht über Bord

Wassersportvereins Blau-Weiß Bonn : Ein „Engländer“ geht über Bord

30 Mannschaften treten beim Elefantenrennen auf dem Rhein bei Graurheindorf gegeneinander an. Die Nordstadtgalere ist das schnellste Team, während die Ex-Bonnas sich treiben lassen.

Blaue Kanus mit zehnköpfiger Besatzung sind auf dem Rhein kein alltäglicher Anblick. Beim 86. Stiftungsfest des Wassersportvereins Blau-Weiß Bonn haben am Sonntag gleich 30 Mannschaften, die zudem kostümiert waren, um die Wette gepaddelt. Das Bootshaus des Vereins am Estermannufer war Schauplatz des Spektakels, das sich auch Oberbürgermeister Ashok Sridharan nicht entgehen ließ, der beim „Elefantenrennen“ auch selbst schon in die Riemen gegriffen hat.

Die Ehre des ersten Starts gebührte den ehemaligen Karnevalsprinzessinnen, Team „Ex-Bonnas“, die in Gedenken an den 90. Geburtstag der englischen Königin in kollegial-herrschaftlicher Garderobe auftraten. Mit zwei christ- und einer sozialdemokratischen Mannschaft war die Politik wie immer gut vertreten, selbstverständlich war auch der Verein selbst auf dem Wasser – Blau-Weiß Bonn, das erste Mal auch selbst als Elefanten verkleidet, schoss als schnellstes Damenteam über die Ziellinie.

Die zahlreichen Zuschauer wurden Zeugen eines ungewöhnlichen Schauspiels: Die Männer des Teams „Spontaneous Neigh-bours“, die sich als verschiedene EU-Länder verkleidet hatten, warfen nach dem Rennen den „Engländer“ in Anspielung auf den Brexit über Bord.

Die Ex-Bonnas hingegen ließen sich nur treiben und gingen als langsamstes Boot ins Ziel; es genügte der Besatzung, den Zuschauern am Rheinufer königlich zuzuwinken. Dafür wurden sie als das am besten kostümierte Team ausgezeichnet. Den ersten Platz sicherte sich das Team der „Nordstadtgalere“, die gerade einmal vier Minuten und 17 Sekunden brauchten.

Die blauen Zehner-Canadier sind inzwischen 40 Jahre alt und müssen ausgemustert werden, deshalb bittet der Verein um Spenden. Für 7000 Euro pro Boot ist der Hersteller bereit, Nachschub zu liefern, scheitert die Finanzierung, wird es wohl bald keine Elefantenrennen mehr geben. Das Stiftungsfest geht am Montag in die zweite Runde, ab 17 Uhr wird auf dem Vereinsparkplatz an der Mertensgasse der berühmte „Gebrannte“ ausgeschenkt, ein flambierter Schnaps, dessen geheime Zutat immer wieder Gegenstand von Spekulationen ist.