Neun Schulen und 20 Kitas verbessern Mittagsverpflegung: Ein bisschen Bio im Essen

Neun Schulen und 20 Kitas verbessern Mittagsverpflegung : Ein bisschen Bio im Essen

In neun städtischen Schulen kommt inzwischen Kost mit zehn Prozent Bio-Anteil auf den Tisch. Ab Januar folgen auch 20 städtische Kitas diesem Beispiel.

„Heute gibt's Pellkartoffeln mit leckerem Dipp und Salat“, sagt Claudia Moritz, Leiterin der Offenen Ganztagsschule (OGS) an der Dransdorfer Kettelerschule, und zeigt auf die vorbereiteten Teller. „Und morgen kommt Möhrensuppe auf den Tisch“, liest Moritz weiter auf dem Wochenspeiseplan an der inklusiven Gemeinschaftsgrundschule. Alle 225 Kinder werden gleich, zeitversetzt in Gruppen, an die Tische strömen. „Küchenfee“ Petra Höschel verteilt weiter die Kartoffeln, die gebracht wurden. Bonn hat erstmalig zum Schuljahr 2018/2019 für neun Ganztagsschulen Caterer gesucht, die Nachhaltigkeitskriterien in der Mittagsverpflegung umzusetzen versprachen.

Entscheidend war dabei auch: Es müssen in den warmen Mahlzeiten mindestens zehn Prozent biologisch erzeugte Lebensmittel verarbeitet sein. Im Dezember 2017 hatte der Stadtrat auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen, dass bei der Speisegestaltung in Schulen und Kindertagesstätten zum einen dieser Bioanteil eingehalten sein muss und zum anderen saisonale Rohwaren der Region bevorzugt berücksichtigt werden sollen.

An der Kettelerschule hatte es deshalb vor dem neuen Schuljahr auch mit Eltern ein Probeessen mit den sich bewerbenden Caterern gegeben. Wie zwei weitere der neun Schulen entschied sich auch die Kettelerschule für einen neuen Anbieter. „Und nach einem halben Jahr Praxis sind wir alle sehr froh über das Essen“, betont die OGS-Leiterin. Ohnehin habe man sich schon zuvor bei der Mittagsverpflegung nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gerichtet: In der Kettelerschule gibt es seit Längerem viel vegetarische Kost und maximal zweimal die Woche Fleisch und einmal Fisch. Auch auf süßen Nachtisch wird schon seit Jahren möglichst verzichtet. Die Kinder lieben gerade die Rohkostsalate. „Nur Zucchini, die können wir sein lassen, sagen viele Schüler“, meint Moritz lachend, während die ersten Kinder zum Kartoffelessen eintrudeln. „Jetzt sind eben zehn Prozent unserer Zutaten Bio-Produkte“, sagt Moritz.

Das neue Konzept ist auch bei den Eltern gut angekommen. Und die Kinder essen mit großem Appetit. Das Schulamt habe die Mittagsverpflegung für insgesamt 21 städtische Ganztagsschulen aller Schulformen ausgeschrieben, verdeutlicht Andrea Schulte vom Presseamt das Prozedere nach dem entsprechenden Ratsbeschluss. Und sukzessive sollen die neuen, bisher schon an den neun Einrichtungen wie der Kettelerschule eingehaltenen Nachhaltigkeitskriterien auch an allen anderen Schulstandorten, an denen die Stadt die Mittagsverpflegung ausschreibt, umgesetzt werden.

In 20 der 67 städtischen Kindertageseinrichtungen Bonns, in denen es ein warmes Mittagessen gebe, werde man die warme Mahlzeit Anfang 2019 ebenfalls mit den vorliegenden Nachhaltigkeitskriterien anbieten. „Und in den kommenden zwei Jahren werden alle 67 Einrichtungen auf diese Kriterien umgestellt“, so Schulte. Nein, weder an städtischen Kitas noch in Schulen werde selbst gekocht, antwortet Schulte auf Nachfrage. Man beauftrage Caterer. Natürlich gebe es schon vereinzelte städtische Kitas, die nur vegetarisches Essen verteilten, um allen Kindern trotz unterschiedlicher kultureller Hintergründe das gleiche Essen anbieten zu können.

Der Bio-Anteil werde jedoch erst mit dem neuen Verfahren verbindlich. Und wie viel kostet im Durchschnitt ein Mittagessen für die Kinder? Der Preis liege für die neun Schulen mit Bio-Kost bei 3,44 Euro, antwortet Schulte. Bei den restlichen Schulen pendele er sich derzeit bei rund 3,40 Euro knapp darunter ein. Der durchschnittliche Preis für eine Portion in städtischen Kitas liege bei 2,50 Euro.

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