NRW-Umweltminister in Bonn: Dieselfahrzeuge sollen sauberer werden, anstatt zu verschwinden

NRW-Umweltminister in Bonn : Dieselfahrzeuge sollen sauberer werden, anstatt zu verschwinden

Johannes Remmel hat sich in Bonn gegen Fahrverbote ausgesprochen. Der NRW-Umweltminister fordert Nachbesserungen bei Diesel-Fahrzeugen.

Dieselfahrzeuge sauberer machen, anstatt sie von der Straße zu verjagen: Dafür hat NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) am Freitagmorgen in Bonn geworben. Und zwar an der Reuterstraße, wo in Stoßzeiten mehr als 50 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft gemessen werden. Der Grenzwertert der krank machenden Gase liegt bei 40 Mikrogramm.

Die Bonner Grünen-Landtagskandidaten Doro Schmitz und Rolf Beu hatten Remmel eingeladen, der sich auf die Seite der Autofahrer stellt und gegen Fahrverbote ist. Die drohen derzeit durch gerichtliche Entscheidungen, wobei es um entsprechende Schilder oder die Einführung der blauen Plakette geht. Die bekämen im Grunde dann nur noch Dieselfahrzeuge, die der Abgasnorm Euro 6 entsprechen. Diese Vorgabe kommt von Verbänden wie der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die auf Einhaltung der Luftreinhaltepläne in Aachen, Bonn, Essen, Gelsenkirchen und Köln klagt.

„Die Dramatik ist bisher zu wenig öffentlich diskutiert worden. Wir laufen da in eine Falle rein“, sagte Remmel. Er setzt stattdessen darauf, die Verursacher des Diesel-Skandals in die Pflicht zu nehmen. Sie sollen geschädigten Käufern eine Nachbesserung ihrer Dieselfahrzeuge ermöglichen oder sie bei einem nötigen Neukauf entschädigen.

Der Austausch von Hard- und Software kostet laut Remmel pro Fahrzeug mindestens 1500 Euro. Bei etwa sechs Millionen Dieselfahrzeugen in NRW kämen bis zu 15 Milliarden Euro zusammen. Letztlich seien die Leute im Glauben gewesen, ein gutes Auto gekauft zu haben. Sie sollten durch Fahrverbote nun nicht „die Zeche zahlen“ müssen.

Remmel selbst müsste seinen privaten Euro-5-Passat übrigens auch mit einer AdBlue-Anlage ausrüsten lassen. In der wird über Harnstoff der Ausstoß von Stickoxiden reduziert. Beu und Schmitz berichteten, dass in Bonn die Radinfrastruktur ausgebaut werde und Elektrobusse fahren. Auch Parkgebühren in den Wohnvierteln könnten helfen, dass weniger Autos führen.

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