Früchte in Bonn: Diese Wildbeeren in der Region sind essbar

Früchte in Bonn : Diese Wildbeeren in der Region sind essbar

Sommerzeit ist Beerenzeit. Doch nicht alle Beeren, die auch am Straßenrand, an Wegen oder im Wald wachsen, können auch gefahrlos probiert werden. Das sollte bei Wildbeeren beachtet werden.

Ob Johannesbeeren, Himbeeren oder Erdbeeren: In den Sommermonaten ist das Angebot an den leckeren Früchten besonders groß. Auch am Weges- und Straßenrand, auf Feldern und Wiesen oder im Wald stehen solche Sträucher mit den reifen Beeren. Doch nicht alles, was lecker aussieht, kann auch bedenkenlos gegessen werden, sagt Cornelia Löhne, wissenschaftliche Leiterin der Botanischen Gärten der Universität Bonn, und gibt einige Tipps.

"Aktuell wachsen Johannesbeeren, ein bisschen weiter im Wald auch Heidelbeeren", so Löhne. Nicht nur innerhalb von Städten, beispielsweise auf brachliegenden Flächen, wachsen derzeit zudem Brombeeren. Die Expertin sagt dazu: "Von Wildobstpflanzen kann man bedenkenlos essen." Gedankenlos sollten Spaziergänger dabei trotzdem nicht vorgehen: "Wenn diese Beeren am Straßen- oder am Feldrand wachsen, sollten vor dem Verzehr mögliche Ablagerungen vom Verkehr oder der Landwirtschaft heruntergespült werden."

Vorsicht vor der Tollkirsche

Neben den bekannten, ungiftigen Beeren gibt es aber auch einige Exemplare, die besser nicht verzehrt werden sollten. Die Schwarze Tollkirsche ist "so eine typische Pflanze", bei der Verwechslungsgefahr bestehen kann, erklärt die Wissenschaftlerin. "Die Früchte sind kirschengroß, schwarz und sehr giftig." Im Kontext von Pflanzenvergiftungen würden Vergiftungen mit diesen Beeren eine führende Position einnehmen.

Weit verbreitet ist auch der Gefleckte Aronstab, der im März und April blüht und dessen Früchte nun zu sehen sind. "Der Frühjahrsblüter wächst beispielsweise im Kottenforst", sagt Löhne. Rund 30 Zentimeter wächst die Pflanze aus dem Boden, die Beeren befinden sich an dem oberen Bereich. Die "kräftig leuchtend roten" Beeren könnten mit Johannesbeeren verwechselt werden, sagt die Expertin. Vor allem bei Kleinkindern könnten Schleimhautreizungen oder auch Magenprobleme auftauchen.

Holunderbeerenzeit ab August

Nicht mehr zu finden sein dürften aktuell die Beeren vom Efeu. Die kleinen schwarzen Beeren, die vom Aussehen der Heidelbeere ähneln, sind giftig und können bei Verzehr zu Brennen im Rachen, Durchfall, Erbrechen und Kopfschmerzen führen. Die Früchte reifen im Winter und sind im Frühling gereift. Jetzt im Juni dürften kaum noch Beeren wachsen.

Ab August beginnt dann die Zeit der Holunderbeeren. Der schwarze Holunder ist eine der in Mitteleuropa häufigsten Straucharten. Auch wenn die Beeren vielseitig verwendbar sind, sollten sie nicht roh gegessen werden, sagt Löhne. Während der Verzehr von unreifen Früchten zu Erbrechen, leichten Krämpfen und Durchfall führen kann, kann die rohe Beere Übelkeit auslosen. Erst das Erhitzen zerstört den enthaltenen Giftstoff Sambunigrin.

Generell rät die Expertin: "Was (Beeren-)früchte angeht, sollte man bei dem bleiben, was man kennt." Von allem anderen, auch wenn es noch so schmackhaft aussieht, sollte man die Finger lassen.

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