Bonner Stadtanwaltschaft: Diebesbande aus Südosteuropa angeklagt

Bonner Stadtanwaltschaft : Diebesbande aus Südosteuropa angeklagt

Zwei Monate lang sollen sechs mutmaßliche Einbrecher im Alter zwischen 20 und 43 Jahren in Bonn und der Region ihr Unwesen getrieben haben. Jetzt steht den aus Südosteuropa stammenden Männern der Gang vors Landgericht bevor.

Wie Sebastian Buß, Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft, am Montag mitteilte, wurden die Verdächtigen, die zur so genannten Fensterbohrer-Bande gehört haben sollen, vor allem wegen gewerbsmäßigen Bandendiebstahls angeklagt. Sie werden sich demnächst vor der 2. Großen Strafkammer verantworten müssen. Die Anklage legt ihnen insgesamt 40 Einbrüche sowie eine Urkundenfälschung zur Last. Der Wert der gesamten Beute beläuft sich laut Staatsanwaltschaft auf mehr als 100.000 Euro.

Zunächst soll der vermeintliche Kopf der Bande, ein 33 Jahre alter Albaner, im Sommer vergangenen Jahres mehrfach in Thüringen Einbrüche begangen haben. Dort lebte der Angeklagte mit einem der mutmaßlichen Komplizen in einer Asylbewerberunterkunft.

Ab dem 8. Oktober 2015 schlugen die Einbrecher dann laut Anklage hauptsächlich in Bonn sowie in Königswinter und Swisttal zu. Ihre Methode: Laut Buß wurden kleine Löcher in die Rahmen von Fenstern und Türen gebohrt. Anschließend versuchten die Einbrecher mit einem Draht, die Hebel umzulegen. Klappte dies nicht, wurden die Scheiben kurzerhand eingeschlagen.

Bei ihren Touren machten die Einbrecher mehrfach fette Beute: In Limperich stiegen sie im November in einem Mehrfamilienhaus gleich in drei Wohnungen ein. Dabei sollen sie nicht nur zwei Luxus-Herrenarmbanduhren im Gesamtwert von 40.000 Euro erbeutet haben. Sondern sie ließen laut Anklage auch Schmuck im Wert von fast 30.000 Euro mitgehen.

Auch in Friesdorf wurden sie fündig: Dort entdeckten sie eine Münzsammlung und Schmuck im Wert von 15.000 Euro. Am 23. November bereiteten die Ermittler dem Treiben ein Ende: Nach Hinweisen aus Thüringen observierten die Bonner Fahnder die Bande. Nur einer der Täter, ein 43-jähriger Mazedonier hat eine Wohnanschrift in Bonn. Er soll bei seiner Festnahme einen falschen Ausweis bei sich getragen haben.

Ausgangspunkt der Diebstouren soll ein Hotel in der Altstadt gewesen sein. In den Zimmern der Männer fand die Polizei bei der Durchsuchung nicht nur Einbruchswerkzeuge und Nachtsichtgeräte. Auch ein Teil der Beute konnte sichergestellt werden. Bislang sollen die Angeklagten, die alle in U-Haft sitzen, zu den Vorwürfen geschwiegen haben.

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