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Dichterlesung im "Kalthaus": Die Sprache der Gärten

Dichterlesung im "Kalthaus" : Die Sprache der Gärten

"Sie werden es sicher gemerkt haben: Wir befinden uns hier im Kalthaus", begrüßte der Präsident der Freunde des botanischen Gartens, Klaus Imhoff, die gut 60 Gäste der Dichterlesung am vergangenen Freitagabend.

Die sahen das bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad wahrscheinlich etwas anders, entschieden sich aber trotz des Angebots, die Lesung in den Außenanlagen durchzuführen, dann für das auch als Mittelmeerhaus bezeichnete Gebäude.

"Die Sprache der Gärten" war die vom Freundeskreis botanische Gärten der Universität und dem Verband deutscher Schriftsteller ausgerichtete Lesung überschrieben. Monika Littau, Ludwig Verbeek, Doris Distelmaier-Haas, Monika Lamers und Helga Panten rezitierten eigene Gedichte; allen Texten gemeinsam war der Bezug zum Thema Garten.

Den Auftakt machte Monika Littau, die aus ihren Werken "Moos und Reisig" und "Übermalungen" vortrug. Letzteres ist eine noch unveröffentlichte Sammlung, in der sich die Autorin unter anderem mit den Arbeiten von Frida Kahlo und Max Frisch auseinandersetzt.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Jürgen August Alt; Doris Distelmaier-Haas war für die Organisation verantwortlich: Die promovierte Romanistin ist neben ihrer Mitgliedschaft im Verband deutscher Schriftsteller auch im Freundeskreis botanische Gärten aktiv und realisierte nach 2005 und 2007 bereits zum dritten Mal eine Lesung an diesem besonderen Ort.

Die Autorin, die auch malt, schrieb ihr erstes Gedicht im Alter von sechs Jahren. "Ich gewinne viel Inspiration aus meinem eigenen Garten", erzählt sie. In zwei Gedichten aus dem Band "Istanbul - märchenfern und tagnah" setzt sich Distelmaier-Haas mit der aktuellen politischen Lage in der Türkei auseinander: Das Gedicht "Hüte deine Träume" thematisiert die Proteste gegen die Überbauung des Gezi-Parks in Istanbul.

Inspiration ist übrigens nicht das Einzige, was sie aus ihrem heimischen Garten gewinnt: Im Rahmen einer kleinen Degustation konnten die Gäste in der Pause selbst angebaute Kapuzinerkresse probieren.