Ausstellung: Die schönsten Naturbilder des Jahres in Bonn zu sehen

Ausstellung : Die schönsten Naturbilder des Jahres in Bonn zu sehen

Maximilian Hornisch ist der Naturfotograf 2018. Zusammen mit insgesamt 70 besten Wettbewerbsbilder sind seiner Werke nun in einer Ausstellung in Bonn zu sehen.

Zwei Tage lang ist Maximilian Hornisch mit ebenfalls fotografierenden Freunden durch den Tiefschnee der italienischen Alpen nahe des Aosta-Tals gewandert: „Die Temperaturen waren warm. Sehr warm sogar. Es hatte geregnet, und auf einem der Südhänge schmolz der Schnee“, erinnert sich der 21-jährige Student an den Moment im Januar, in dem es ihm gelang, einen majestätisch kreisenden Steinadler im frühen Morgennebel fotografisch festzuhalten, der ihm nun den Titel „Naturfotograf des Jahres 2018“ einbrachte. Beate Jessel eröffnete als Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz (BfN) die Ausstellung mit den Siegerfotos des Internen Mitgliederwettbewerbs der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) in den Räumen ihrer Behörde an der Konstantinstraße.

„In diesem Jahr hat es erfreulicherweise die Aufnahme einer Art auf Platz eins geschafft, die zwar zu den größten Greifvögeln Deutschlands zählt, trotzdem aber gar nicht so leicht zu beobachten ist. Denn der Steinadler kommt mittlerweile im Wesentlichen nur mehr in den Alpen vor“, sagte Jessel bei der Ausstellungseröffnung zu den rund 60 Gästen, die neben Preisträger Hornisch und dem GDT-Vertreter Paul Kornacker nach Bonn gekommen waren. Sie gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die bereits sechste Ausstellung des BfN mit den eindrucksvollen Fotografien des Wettbewerbs „zumindest ein klein wenig dazu beitragen“ könne, auf bedrohte Arten wie den Steinadler aufmerksam zu machen und Verständnis für deren Schutz zu wecken.

„Schon als Kind war ich viel mit meinen Eltern in der Natur“, erzählt Hornisch, der sich nach eigenen Worten schon immer für Natur interessierte und sich folglich mit einem Studium der Biochemie in Garching bei München auch für ein zukünftiges Leben als Naturwissenschaftler entschieden hat. Aufgewachsen ist er in Weil im Schönbuch, einer kleinen Gemeinde zwischen Stuttgart und Tübingen.

Besondere Momente festhalten

Irgendwie sei es schon auffällig gewesen, dass er sich als 14- oder 15-Jähriger bereits sehr zeitraubend mit Vogelbeobachtungen beschäftigt habe, erinnert sich Hornisch schmunzelnd. Schon zu dieser Zeit habe er angefangen, die Vögel in seinem Umfeld mit der Kamera zu erfassen und zu beschreiben. „Da stand eindeutig die Naturdokumentation im Vordergrund“, sagt er heute. Die künstlerische Fotografie sei erst später daraus entstanden. Heute, wo er nahezu alle Vögel „katalogisiert“ habe, reize ihn vor allem das Festhalten besonderer Momente in der Natur.

So ist auch sein Siegerfoto auf einer einwöchigen Wanderung mit Freunden aus der Jugendgruppe der GDT entstanden. Der Augenblick, in dem der Steinadler auf der Suche nach Beute durch einen sich gerade öffnenden Nebelschleier gleitet, überzeugte die Mitglieder und Jury der GDT, sein Bild unter den etwa 4500 Einsendungen als Siegerfoto auszuwählen. Für Maximilian Hornisch eine Bestätigung, das Fotografieren als einen wesentlichen Teil seines Lebens zu betrachten.

„Naturwissenschaften und Naturfotografie bestimmen mein Leben und treiben mich an“, so Hornisch, der von seinem Siegerfoto nicht sagen kann, dass es auch für ihn das beste unter seinen etwa fünfzehn zum Wettbewerb eingereichten Fotos war. Sehenswert wären sie sicher genauso wie die 70 weiteren Siegerfotos aus den verschiedensten Kategorien der GDT-Naturfotografie.

Die Bilder sind bis 28. September, jeweils montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr (außer an Feiertagen) im BfN, Konstantinstraße 110, zu sehen.

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