Zeugnisse am Zentrum für Europäische Integrationsforschung: Die Ministerpräsidentin kommt zur Abschlussfeier

Zeugnisse am Zentrum für Europäische Integrationsforschung : Die Ministerpräsidentin kommt zur Abschlussfeier

Wenn die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zur Abschlussfeier kommt, wird der Festakt noch ein bisschen besonderer, als er ohnehin schon ist. Am Montagabend erhielten die 20 Absolventen des "Master of European Studies" im Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) ihre Zeugnisse, gleichzeitig feierte das Institut, das zur Bonner Universität gehört, 20-jähriges Bestehen.

"Ich bin schon nervöser als vor anderen Reden", sagte Klassensprecherin Sabine Klasen, die für ihre Kommilitonen sprach. Während sie aus der kleinen Eifelgemeinde Prüm kommt, sind die anderen aus Neuseeland, Australien oder Italien. "Diese Vielfalt ist gut für die Ausbildung und den Austausch untereinander", erzählte die 25-Jährige.

In der einjährigen Studienzeit reiste die Gruppe bei mehreren Ausflügen durch Europa und lernte Institutionen wie das Europäische Parlament kennen. Auch die Dozenten stammen aus ganz Europa. Uni-Rektor Michael Hoch hob diese interdisziplinäre Arbeit, die Kultur, Wirtschaft und Politik miteinander verknüpft, hervor. "Das ZEI ist sozusagen ein Grundstein, auf dem die Universität in den kommenden Jahren aufbauen will", sagte er. Denn auch dort möchte man verschiedene Institute und Themengebiete zusammenführen. ZEI-Geschäftsführer Christian Koenig warnte allerdings davor, sich nur auf seine Erfahrungen und antrainierte Praktiken zu verlassen. Stattdessen solle man stets offen sein und Dinge hinterfragen.

Kraft blickte auf die vergangenen 20 Jahre in der Europäischen Union zurück. "Ohne die Entwicklung, dass Europa zusammenrückt, würden wir nicht so friedlich leben", sagte sie. Besonders stark gewachsen sei der Einfluss der Regionen innerhalb der EU. Erst durch den Rat der Regionen sei die Europäische Union demokratischer, transparenter und vor allem bürgernäher geworden. "Selbst wenn wir Rückschritte machen, ist es wichtig, die Idee der sozialen Union weiterzudenken", so Ministerpräsidentin Kraft. Die Generation der ZEI-Absolventen könne an dieser Idee aktiv mitarbeiten.

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