Eine Charta der universellen Werte: Die Menschenrechte feiern den 70. Geburtstag

Eine Charta der universellen Werte : Die Menschenrechte feiern den 70. Geburtstag

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde vor 70 Jahren verabschiedet. Doch noch heute gibt es Schwächen bei der Umsetzung.

Vor 70 Jahren, am 10. Dezember 1948, wurde eines der wichtigsten Dokumente der Geschichte verabschiedet: Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen bildet heute die Grundlage zahlreicher Staatsverträge, auch wenn sie selbst völkerrechtlich nicht bindend ist. Sie kodifiziert, was den Menschen im moralischen Sinne zum Menschen macht. In einem Nebenraum im Untergeschoss des Alten Rathauses von Bonn hat Bürgermeister Reinhard Limbach nun ein Grußwort gesprochen. Dabei überreichte ihm die Bezirksgruppe Bonn/Koblenz von Amnesty International auch eine Tafel, auf der Bürgerinnen und Bürger deutlich machten, warum ihnen die Menschenrechte wichtig sind.

Allzu viel Aufhebens machte Limbach nicht, schon nach wenigen Minuten war die Zeremonie vorbei. In seiner Rede betonte er, dass Gleichheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde universelle Werte seien und gerade in der UN-Stadt Bonn Diskriminierungen, Ausgrenzungen und Vorurteile keinen Platz haben. Eine Selbstverständlichkeit, mag man meinen. Doch auch in Deutschland gibt es nach Sicht der Amnesty-Mitglieder durchaus Schwächen bei der Umsetzung der Menschenrechte. „So werden zum Beispiel immer noch intergeschlechtliche Kinder operiert, mitunter ohne Wissen der Eltern und in einem Alter, in dem die Kinder selbst nicht über ihre eigene Sexualität entscheiden können“, erklärt Julia Gräbel. „Auch das Recht auf Asyl wird bei uns nicht so gelebt, wie es eigentlich gedacht ist.

Weitere Aktionen in der Innenstadt

Dabei sollte darüber eigentlich gar nicht diskutiert werden müssen.“ Wichtig seien die Menschenrechte alle, ohne Abgrenzung oder Rangfolge, darüber sind sich alle Anwesenden einig. Dennoch hat jeder Artikel, mit denen er oder sie sich besonders auseinandersetzt. Bei dem Koblenzer Video-Blogger Peter Babnik ist es die Meinungs- und Pressefreiheit. „Ich denke, dass wir da in Deutschland schon ziemlich weit sind, mitunter aber aufpassen müssen, wie wir mit diesen Rechten umgehen“, sagt er.

„Es gibt durchaus Situationen, in denen die Presse nur zu gerne auf Provokationen reagiert und dadurch die öffentliche Meinung einseitig prägt. Andererseits gibt es durch die Digitalisierung ja zum Glück inzwischen andere Kanäle, die diese Lücken schließen können.“ Parallel zu der Veranstaltung im Alten Rathaus hatten auch andere Bündnisse Aktionen in der Innenstadt organisiert. Das Frauennetzwerk für Frieden hatte am Bonner Münster zu einer Mahnwache eingeladen, während die Initiative „Im Namen der Wellen“ auf dem Marktplatz eine Kunstdemo-Performance durchführte. Dabei wurden Poster der UN-Kampagne #StandUp4HumanRights über einen Laufsteg getragen, der von Stelen des Kölner Künstlers Michael Gatzke gesäumt war.

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