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Wassershow auf Bonner Münsterplatz: Die Klangwelle rollt wieder

Wassershow auf Bonner Münsterplatz : Die Klangwelle rollt wieder

Die Klangwelle schwappt nicht durch die Innenstadt, wie es die Veranstalter beschreiben, sie rollt. Sie rollt mal sanft zu klassischer Musik, mal heftig zu feinstem Rock, um dann mit kölschen und jecken Liedern ihr Publikum in den Abend zu entlassen.

Das wiederum wird während des Spektakels zum Wellenreiter. Kaum ein Stück, bei dem nicht mitgesungen, getanzt oder geschunkelt wird. Der musikalische Tsunami, der unter dem Motto "Klangwelle Bonn 8punkt12 - Große Meister. Beats, Voices & Guitars. Jecke Jubiläen" steht, rollt über den Münsterplatz.

Und der war am Samstagabend beim Klangwellen-Auftakt rappelvoll. Mehrere Tausend Besucher kamen, um das Spektakel aus Licht, Musik und Wasser zu bestaunen. "Wir sind extra aus Meckenheim da", berichtete Elke Leonhardt, während sie einem Ausschnitt aus Beethovens Neunter Symphonie - "Freude schöner Götterfunken" - lauschte und gebannt auf die Wasserleinwand blickte.

Warm eingepackt stand sie bei der Premiere von insgesamt zwölf Klangwellen mit ihrer Tochter ziemlich weit vorne. So weit vorne, dass die beiden durchaus aussahen, als seien sie in einen kleinen Schauer geraten. "Sonst sieht Johanna ja nichts", erklärte Leonhardt. Ihre Tochter interessierte sich nicht nur für die Show, sondern auch für die Technik, die dahinter steckt. "Vor allem die Wasserfontänen schaue ich mir genau an", sagte die Elfjährige. In diesem Jahr seien sie besonders hoch. Die Familie gehört zum Stammpublikum der Klangwelle. Jedes Jahr kommt sie mindestens einmal einen Abend nach Bonn, um sich das Spektakel anzuschauen, sagte Mutter Leonhardt.

Klangwelle "Beats, Voices Guitar"

Denn: "Das hier ist viel besser als Silvester", ist sie überzeugt. "Es ist nicht so laut und alles läuft sehr friedlich ab. Ich habe hier noch nie Pöbeleien erlebt." Auch sei die Klangwelle ein gutes Beispiel für privat finanzierte Kultur. Es brauche eben keine finanzstarke Stadt, um besondere Veranstaltungen zu inszenieren. Wie das allerdings 2013 aussieht, wenn die GEMA-Gebühren spürbar steigen werden, können selbst die Veranstalter noch nicht sagen.

[kein Linktext vorhanden]"Wir wissen nicht, wie es dann weiter geht", sagte Veranstalter Hans-Wilhelm Eichholz zu Beginn der Klangwelle. "Es ist schwierig, immer wieder neue Sponsoren zu gewinnen." Mittlerweile unterstützten zwischen 80 und 90 Sponsoren und Förderer die Klangwelle.

"Die Gebühren bedeuten für uns definitiv Mehrkosten", sagte auch Roland Nenzel, künstlerischer Leiter der Klangwelle. "Vermutlich ein vierstelliger Betrag. Aber wo der genau liegt, wissen wir noch nicht." Denkt er daran, künftig Eintritt zu erheben, um diesen Betrag zusätzlich finanzieren zu können? "Eintritt stand nie zur Debatte und wird auch nie ein Thema sein", versicherten sowohl Eichholz als auch Nenzel. Auch GEMA-freie Musik sei nicht denkbar. "Die Klangwelle lebt von dem Wiedererkennungseffekt der Musikstücke", weiß Eichholz.

Klangwelle "Karneval plus Zugabe"

Das sieht auch eine Gruppe junger Erwachsener so. Seit vier Jahren kommt Lisa Kosmann mit ihren Freunden zur Klangwelle. "Es ist wichtig, dass die Lieder wiedererkannt werden. Die Musikvielfalt ist eben auch das, was die Veranstaltung ausmacht. Es ist für jeden etwas dabei", sagte sie. Allerdings ist ihr die Musik nicht laut genug. Obwohl die Veranstalter sich für diese Show eine Neuerung haben einfallen lassen: Im Takt zu AC/DCs "Thunder" untermalten Flammenwerfer die Rockhymne. Hinter der Statue von Beethoven schossen Feuerfontänen in den Himmel und machten damit den Meister der Klassik zum Zentrum des Rock. Prädikat: Besonders sehenswert.

Bis einschließlich 3. Oktober ist das Wasser-Spektakel auf dem Münsterplatz täglich ab 20 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Karten für 29,50 Euro zuzüglich Gebühren für überdachte Plätze gibt es in den Bonnticket-Shops in den GA-Zweigstellen.

GEMA
Die Abkürzung GEMA steht für "Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte". Sie sorgt dafür, dass das geistige Eigentum von Musikschaffenden geschützt, ihre Interessen vertreten und sie für die Nutzung ihrer Werke entlohnt werden. 2013 will die GEMA eine neue Tarifordnung einführen. Dann müssen Veranstalter von kleinen Musik-Events deutlich weniger Gema-Gebühren zahlen. Goße Veranstaltungen werden indes für die Organisatoren und damit möglicherweise auch für die Gäste deutlich teurer.