Kommentar zum Finanzskandal Rhein-Palais: Die ganze Wahrheit bitte

Kommentar zum Finanzskandal Rhein-Palais : Die ganze Wahrheit bitte

Die Versäumnisse beim Bauprojekt Rhein-Palais werfen kein gutes Licht auf die Stadtverwaltung. Das meint GA-Redakteur Holger Willcke in seinem Kommentar.

Was ärgert die Bonner als Bürger und Steuerzahler im Finanzskandal beim Bauprojekt Rhein-Palais wohl mehr? Sind es die Millionen, die die Bonner Verwaltung beim schludrigen Vertragspoker mit dem Kölner Baulöwen Ewald Hohr in den Sand gesetzt hat oder ist es das zögerliche Verhalten der Stadtspitze bei der Bekanntgabe des daraus resultierenden Millionenlochs in der Stadtkasse?

Egal, wie die Antworten ausfallen: Beide Verfehlungen sprechen Bände und werfen kein gutes Licht auf das Management der Stadtverwaltung.

Es drängt sich der Verdacht auf, wer beim Thema Bauen die Stadt Bonn mit am Verhandlungstisch sitzen hat, hat beim Durchsetzen der eigenen Interessen leichtes Spiel. Das gilt im Fall der Beethovenhalle genauso wie bei der Viktoriabrücke und beim Rhein-Palais, um nur die jüngsten Millionengräber der Stadt zu nennen.

Der neue Chef des Städtischen Gebäudemanagements muss starke Schultern und eine breite Brust mitbringen. Auf ihn warten ab dem ersten Arbeitstag Mammutaufgaben. Die Expertise der Stadt im Sektor Bauen und Planen ist nämlich aktuell schlechter denn je.

Von einigen Personen an verantwortlichen Stellen hat sich die Stadt getrennt oder will sich trennen. Trotz der personellen Auffrischung und der damit verbundenen Hoffnung auf effektivere Zeiten bleibt eine Frage offen: Wer hat von Seiten der Stadt den Kaufvertrag zum Rhein-Palais mit dem Investor unterschrieben?

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