Tag der offenen Tore: Die Freiwillige Feuerwehr Röttgen feiert bei 33 Grad

Tag der offenen Tore : Die Freiwillige Feuerwehr Röttgen feiert bei 33 Grad

„Wasser marsch!“ hieß es am Sonntagnachmittag beim Tag der offenen Tore der Freiwilligen Feuerwehr in Röttgen. Das war auch eine willkommene Abkühlung vor allem für die kleinen Besucher.

Ganz gespannt blicken die jungen Besucher die Witterschlicker Allee hinunter, als sie die Sirenen des Löschfahrzeuges hören. Die Jugendfeuerwehr führt einen Löschangriff nach Feuerwehrdienstvorschrift 3 vor. „Das ist das normale Vorgehen bei einem Brand“, erklärt Jugendfeuerwehrmann Sebastian. „Als erstes wird der Trupp in den Angriff-, den Wasser- und den Schlauchtrupp eingeteilt.“ Während der Angriffstrupp die Straße hinunterläuft, eilt der Schlauchtrupp mit den Schläuchen hinterher und der Wassertrupp zapft den Hydranten an. Als alles ordnungsgemäß angeschlossen und gesichert ist, zielen die Jungen mit dem Schlauch auf zwei Schilder am Ende der Straße und treffen perfekt beim ersten Anlauf. Das Spritzwasser tropft auf die umstehenden Besucher hinunter, die sich über die Abkühlung freuen.

Auch bei 33 Grad Celsius hatten es sich viele Röttgener nicht nehmen lassen, dem Fest der Freiwilligen Feuerwehr einen Besuch abzustatten. Der kleine David schaut sich die Geräte auf dem Löschfahrzeug an. „Er ist ein großer Feuerwehr-Fan“, erzählt sein Papa. Der dreijährige Henri war begeistert, als er sich ins Feuerwehrauto hineinsetzen durfte. „Er hat extra seinen Feuerwehr-Pullover angezogen und war auch nicht davon abzubringen, trotz der Hitze“, erzählt seine Oma lachend.

Familien genossen sommerliche Temperaturen

Es sind viele junge Familien, die auf dem Gelände vor der Feuerwache das schöne Wetter, leckeres Essen und die gute Stimmung genießen. „Es leben viele Kinder im Umkreis, aber die sind alle noch zu jung für die Jugendfeuerwehr“, sagt Ralf Broch, Brandoberinspektor der Röttgener Feuerwehr, und lacht. In zwei bis vier Jahren erwarte er den nächsten Nachwuchs. Dann beginnt die Konkurrenz um die Zeit der Jugendlichen: „Die Kinder haben lange Schule und meist schon ein zeitaufwendiges Hobby. Da hat kaum jemand Zeit für ein Ehrenamt“, weiß Broch um die Schwierigkeiten der Nachwuchsförderung.

Sebastian ist seit fünf Jahren und Nils seit zwölf Jahren bei der Feuerwehr. Beide erzählen auf dem Fest von den positiven Erfahrungen, die sie im Laufe der Jahre gemacht haben: „Man achtet mehr auf andere, zum Beispiel auch in der Öffentlichkeit, ob man helfen kann“, sagt Sebastian (17). Nils hat vor sechs Jahren das Jugendforum der Jugendfeuerwehren in Bonn mitgegründet. „Mit der Unterstützung des Rhein-Sieg-Kreises haben wir das Forum gegründet, damit die Jugendlichen ein Sprachrohr haben und ihre Wünsche an den Beirat äußern können“, erklärt der 22-Jährige die Idee. In Zukunft wolle man zum Beispiel an der verstärkten Zusammenarbeit der 18 Jugendfeuerwehren in Bonn untereinander arbeiten, sodass sich die Jugendlichen auch stadtteilübergreifend kennenlernen und austauschen können.

Doch Nachwuchs generiert sich nicht nur aus der Jugend. So freut sich Broch, dass sie in Röttgen auch volljährigen Zuwachs erhalten. „Wenn jemand umzieht, suchen sich viele wieder eine Einheit.“ Zuletzt sei jemand aus Bayern hinzugekommen. Doch für die Berufstätigen werde es immer schwieriger, sich zu engagieren. „Nicht in jedem Beruf kann man mal eben zu einem Einsatz.“ Der Beruf ist scheinbar auch sonst ein entscheidender Faktor: „Zum Beispiel sind unsere Kolleginnen überwiegend in handwerklichen Berufen tätig.“ Kenntnisse aus diesen Bereichen seien jedoch nicht notwendig, um bei der Freiwilligen Feuerwehr mitarbeiten zu können.

Die Freiwillige Feuerwehr Röttgen besteht seit 1907, die Jugendfeuerwehr feiert in diesem Jahr 25-jähriges Bestehen. 30 Aktive fahren rund 20 Einsätze im Jahr und verstärken zusätzlich die Berufsfeuerwehr in der Innenstadt.

Mehr von GA BONN