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TK-Gesundheitsreport für das Jahr 2016: Die Bonner sind am seltensten krank

TK-Gesundheitsreport für das Jahr 2016 : Die Bonner sind am seltensten krank

Laut dem Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) für das Jahr 2016 sind Bonner im NRW-Vergleich besonders gesund. Häufigste Ursache für Krankmeldungen sind Rückenschmerzen.

Ob es nun am guten Immunsystem, ausgeprägter Resilienz oder einfach extrem großer Freude an der Arbeit liegt – all das ist den aktuellen Zahlen der Techniker Krankenkasse (TK) zwar nicht zu entnehmen. Ihr Nachrichtenkern ist dafür aber eindeutig: Verglichen mit allen anderen Städten und Landkreisen in Nordrhein-Westfalen, melden sich die Menschen in Bonn am seltensten arbeitsunfähig, nämlich im Schnitt zwölf Tage im Jahr.

Die Zahlen gehören zu einer umfassenden Datenmenge, die in den nächsten deutschlandweiten TK-Gesundheitsreport einfließen, welcher im Juni veröffentlicht wird. Auf Medienanfragen hatte die Krankenkasse die Statistik zum Krankenstand in NRW für das Jahr 2016 vorab herausgegeben, auch dem General-Anzeiger liegt sie vor. Neu ist der vergleichsweise geringe Krankenstand in Bonn übrigens nicht, denn bereits in den beiden Vorjahren 2014 und 2015 hatte die Bundesstadt hier die Spitzenposition in NRW inne – übrigens stets dicht gefolgt von der Landeshauptstadt Düsseldorf.

"Das erfreuliche Ergebnis rückläufiger Krankheitstage in Bonn spiegelt die gute Zusammenarbeit der Gesundheitseinrichtungen im Bonner Raum und das Gesundheitsbewusstsein der Bonner wieder. Der aktuelle Gesundheitsbericht des Gesundheitsamtes zu ausgewählten Infektionskrankheiten in den vergangenen Jahren zeigt keine ausgeprägten Zunahmen von ansteckenden Erkrankungen und untermauert die Aussage zu den Krankheitstagen", sagt Susanne Engels, Abteilungsleiterin Gesundheitsprävention bei der Stadt Bonn.

Im Ruhrgebiet liegen die Spitzenreiter - Gelsenkirchen und Herne mit jeweils 20 Krankheitstagen

Wer den Wert von zwölf Krankheitstagen, also immerhin zweieinhalb Arbeitswochen, indessen für hoch hält, sollte den Blick ins Ruhrgebiet richten. Dort liegen mit Gelsenkirchen, Herne (beide 20), Duisburg (19), Oberhausen, Bottrop, Recklinghausen und Hagen (alle 18) die Spitzenreiter, wenn es ums Krankmelden geht. Vergleichsweise hoch ist der „Gesundstand“ neben Bonn und Düsseldorf auch in anderen Universitätsstädten wie Köln, Münster und Paderborn (alle 13). Der Rhein-Sieg-Kreis liegt mit 14 Krankheitstagen knapp darüber. Grundlage für den aktuellen Gesundheitsreport der TK bildeten ausschließlich deren 4,8 Millionen Versicherte. Erfasst wurden dabei sowohl Erwerbstätige als auch Empfänger von Arbeitslosengeld I. In einer ähnlichen Studie der AOK aus dem Jahr 2013 hatten die Ruhrgebietsstädte noch schlechter abgeschnitten.

Im Bundesvergleich liegt Nordrhein-Westfalen nach Angaben der Techniker-Krankenkasse mit 15,5 Krankheitstagen pro Kopf im vorderen Drittel. Deutschlandweit fehlen Beschäftigte durchschnittlich an 15,3 Tagen. Hochgerechnet auf die gut 31 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland entfallen laut TK über 25 Millionen Fehltage allein auf die Einzeldiagnose „Rückenschmerzen“.

Unternehmen sollen laut Expertin auf ein gesundes Arbeitsklima achten

Häufigster Grund für Krankschreibungen waren demnach Muskel- und Skeletterkrankungen, gefolgt von psychischen Krankheiten. Die Kölner Gesundheitsökonomin Stephanie Stock sagte dem Kölner Stadt-Anzeiger, Unternehmen müssten vermehrt auf ein Arbeitsklima achten, das die Gesundheit fördert. Stress durch ständige Erreichbarkeit oder Überarbeitung schlage auf die Gesundheit, warnte die Professorin der Uniklinik Köln gegenüber der Zeitung.

Die vollständige Ausgabe des Gesundheitsreports 2017 der TK erscheint im Juni.