Zurück aus Arabien: Diakon Ralf Knoblauch reiste nach Maskat und Abu Dhabi

Zurück aus Arabien : Diakon Ralf Knoblauch reiste nach Maskat und Abu Dhabi

Zehn Tage war Diakon Ralf Knoblauch als Referent in Maskat und Abu Dhabi. Ganz beseelt und mit überwältigenden Eindrücken ist er zurückgekehrt.

Noch in einer der letzten Begegnungen von Ralf Knoblauch mit dem General-Anzeiger sagte der Diakon der katholischen Gemeinde St. Thomas Morus kritisch, dass sich eine Begegnung mit Gott für viele Menschen nicht mehr erschließen könne, da sie mit den kirchlichen Ritualen nichts mehr anzufangen wüssten (der GA berichtete). Nun ist er noch ganz beseelt von den Eindrücken, die er von seiner Reise in den Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) mit in seinen pastoralen Alltag nehmen konnte. Zehn Tage war er als Referent auf die 16. Christian Formation Conference in Maskat und Abu Dhabi eingeladen, um dort in Workshops über die Würde der Menschen zu sprechen. Ein Thema, dem Knoblauch mit seinen inzwischen mehr als hundert aus Eichen- oder Eibenholz geschnitzten Königsfiguren eine Gestalt gibt.

Knoblauchs Könige sind nicht nur in Ausstellungen zu sehen, sondern begeben sich vor allem zu den Menschen, denen es oft fremd ist zu hören, dass sie eine Würde eines Königs gleich besitzen. Dass sie wertvoll sind. Meist sind es Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben. Menschen im Hospiz, in Behinderten- oder Obdachlosenheimen finden über Knoblauchs Symbolfiguren zu ihrer oft ihnen selber nicht mehr bewussten wertvollen Würde zurück.

Größte Christengemeinde der Welt

Auf seine Reise auf die Arabische Halbinsel, auf der ihn sein Schwager Thorsten Winkels als Dolmetscher begleitete, hatte sich Knoblauch gut vorbereitet. Natürlich wusste er, dass er in den VAE auf die mit 250.000 Mitgliedern größte Christengemeinde der Welt treffen würde. Dass es sich dabei vornehmlich um Filipinos und Inder in einer ansonsten islamisch geprägten Welt handeln würde, war ihm auch bekannt. Nur hatte er angenommen, dort mit den Ärmsten der Armen konfrontiert zu werden, den „Arbeitssklaven“ in den reichen arabischen Wüstenstaaten.

Doch er traf dort vor allem auf seinesgleichen, auf Multiplikatoren, die seinen Workshop im Rahmen der Konferenz neben vielen weiteren Angeboten besuchten. Fragestellungen wie, „Kenne ich meine eigene Würde, meine Krone und meine Schätze? Erlebe ich mein eigenes Leben als willentliches Geschenk Gottes? Worin besteht die königliche Würde?“ konnten dabei jedoch weniger diskutiert, als vielmehr referiert werden. „Ich dachte, wir sitzen im Stuhlkreis und tauschen uns aus“, so Knoblauch. Stattdessen erwartete man von ihm Frontalunterricht. Man sei dort nahezu hörig auf das, was von Klerikern gesagt wurde.

Gläubige gehen oft mehrmals am Tag in die Kirche

Die Kirche und ein christliches Leben nehme im Leben der Migranten einen sehr hohen Stellenwert ein. Man gehe dort durchaus mehrfach am Tag oder in der Woche in die Kirche. Meist vor der Arbeit. Die riesige katholische Hallenkirche in Abu Dhabi fasse sicher mehr als 2000 Gläubige und feiere nahezu rund um die Uhr Gottesdienste, die auch alle gut besucht seien, so Ralf Knoblauch. Für ihn war es eine neue Erfahrung zu erleben, mit welcher Begeisterung man dort die Gottesdienste feierte. „Da wurde nicht vor sich hin gesungen“, so der Diakon, „sondern da singt man mit voller Kraft und tanzt dazu. Da ist der Gottesdienst ein fröhliches Fest.“ Ganz beeindruckt erzählt er von „Einheizern“, die den Gläubigen zugewandt, zum Mittanzen animieren.

„Vielleicht füttern wir die Menschen bei uns mit zu viel anspruchsvollen und hochgeistigen Texten“, überlegt Knoblauch in einem kritischen Rückblick. Er sagt, „das fröhliche Tanzen und lautstarke Singen der Christengemeinde in Abu Dhabi hat mich wieder geerdet.“ Er müsse noch darüber nachdenken, was er von dem Erlebten mit in seine pastorale Arbeit nehmen könne. Er ist überzeugt davon, dass viele Menschen manches von dem, was er in der Ferne an Positivem erlebt hat, „sofort aufsaugen“ würden. Wesentliche Erkenntnisse, die er von seiner Reise mitgebracht hat. Dagelassen hat er neben zwei seiner Königsfiguren Hunderte kleiner Papierkronen, die seine Workshopteilnehmer daran erinnern sollen, selber ein „Königskind“ zu sein. Häufig sei ihm in Gesprächen bestätigt worden, dass auch seine Botschaft angekommen ist.

Am kommenden Donnerstag, 21. März, ab 19 Uhr wird Diakon Ralf Knoblauch über seine „Reise zur Migrantenkirche Arabiens“ im Pfarrsaal von St. Thomas Morus, Pommernstraße 1, berichten. Der Eintritt ist frei.

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