Zum dritten Mal in der Region: Deutschland schlägt Afghanistan-Konferenz in Bonn vor

Zum dritten Mal in der Region : Deutschland schlägt Afghanistan-Konferenz in Bonn vor

Bereits 2001 und 2011 fanden in Bonn und auf dem Petersberg Friedensgipfel für Afghanistan statt. Nun bringt ein Sondergesandter erneut die Bundesstadt als Austragungsort ins Gespräch.

Es ist mehr als 16 Jahre her, dass auf dem Petersberg der Grundstein für einen Friedensprozess in Afghanistan gelegt wurde. Im Dezember 2001 fand dort die erste Konferenz über das vom Krieg geschundene Land statt. Die zweite in der Region folgte Ende 2011 in Bonn. Nun könnte es bald eine weitere Konferenz in der Bundesstadt geben: Bonn ist als Austragungsort eines neuen internationalen Afghanistan-Treffens im Gespräch.

Dies schlug der deutsche Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Markus Potzel, am Mittwoch am Rande einer innerafghanischen Friedenskonferenz in Kabul vor. Das geht aus einem Tweet des deutschen Vizebotschafters in Kabul, Andreas von Brandt, hervor. „Markus Potzel hat dritte Bonn-Konferenz bei Kabul Prozess II angeboten, um afghanischen Friedensprozess zu unterstützen“, heißt es in dem englischsprachigen Tweet von Brandt. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Norbert Röttgen (CDU), sagte auf GA-Anfrage, eine dritte Bonner Afghanistan-Konferenz könne schon im Sommer stattfinden.

„Die Zeit drängt“, so Röttgen. Bonn habe „Tradition als Ort, der solche Gespräche ermöglicht“. Röttgen betonte, der militärische Einsatz in dem Bürgerkriegsland müsse „intensiv politisch begleitet werden“. Alle beteiligten Parteien wüssten, dass Frieden am Hindukusch alleine mit militärischen Mitteln nicht zu erreichen sei, so Röttgen. Er forderte, auch die Nachbarstaaten einzubinden. DasAuswärtigeAmt in Berlin erklärte, es gehe nicht darum, „jetzt konkretin den nächstenWochen in diesem Prozess zu einer Konferenz nach Bonn einzuladen“.

Bewegung im Friedensprozess

Ein Sprecher teilte mit, wenn der innerafghanische Versöhnungsprozess abgeschlossen sei, könne man sich aber „grundsätzlich vorstellen“, dass die Bundesregierung die beteiligten Parteien nach Bonn einlädt – „dort, wo es 2001 begann“. In den innerafghanischen Friedensprozess kommt derweil Bewegung. In Kabul bot Präsident Aschraf Ghani bei einem Friedensgipfel den radikalislamischen Taliban eine Waffenruhe und andere weitreichende Zugeständnisse an.

Falls sich die Taliban, die zu der Konferenz nicht eingeladen worden waren, auf einen Friedensprozess einließen, sollten sie auch als politische Gruppe anerkannt werden, sagte Ghani am Mittwoch. Außerdem könne auf Wunsch die Verfassung überarbeitet werden.