Mehr als Guinness und Folklore: Deutsch-Irische Gesellschaft in Bonn vor 65 Jahren gegründet

Mehr als Guinness und Folklore : Deutsch-Irische Gesellschaft in Bonn vor 65 Jahren gegründet

Lesungen, Vorträge, Exkursionen: Die Deutsch-Irische Gesellschaft Bonn wurde 1953 von Rudolf Hertz, Professor für Keltologie an der Universität Bonn, gegründet. Ziel war und ist es, mit Klischees aufzuräumen.

Irland – da denken manche an Schafe, Guinness, Folkmusik und ganz viel Grün, vielleicht noch an das „Irische Tagebuch“ von Heinrich Böll. Das Land im Westen Europas hat aber viel mehr zu bieten. Peter Dietsch weiß das, und er kann viel davon erzählen. Seit vergangenem März ist der Pensionär Präsident der Deutsch-Irischen Gesellschaft (DIG) Bonn, die in diesem Jahr ihren 65. Geburtstag feiert. Damit ist sie nach Aussage von Dietsch, der in Troisdorf-Eschmar wohnt, die älteste Gesellschaft ihrer Art in Deutschland.

„Das hat natürlich mit den Bonner Hauptstadtzeiten zu tun“, sagt Dietsch. Gegründet wurde die DIG 1953 von Rudolf Hertz, Professor für Keltologie an der Universität Bonn. „Das Ziel ist, den deutschen Mitbürgern Irland näherzubringen“, sagt Dietsch. Dabei wolle man über die bekannten Klischees hinausgehen. Dazu arbeitet die DIG mit dem Fachbereich Keltologie der Universität zusammen sowie mit dem Studienhaus für keltische Sprachen und Kulturen in Königswinter.

„Irland ist mehr als Guinness und Folklore“, sagt Karl-Ludwig Wimberger. Der ehemalige Direktor des Kardinal-Frings-Gymnasiums war 25 Jahre lang DIG-Präsident und ist mit einer Irin verheiratet. „Irland ist ein Hightechland“, sagt Wimberger. Es gebe dort sehr gute Universitäten. Generell seien die Iren sehr innovationsfreudig. Als Handys in Deutschland noch etwas Außergewöhnliches waren, seien sie in der irischen Hauptstadt Dublin schon weit verbreitet gewesen. „Irland hat die EU-Gelder fantastisch genutzt – nicht nur für Straßen, sondern auch für die Bildungsinfrastruktur“, ergänzt Dietsch. Das und noch vieles mehr möchte die DIG den Menschen in Bonn und der Region vermitteln.

Neuntägige Studienreise nach Irland in Planung

Zu regelmäßig Lesungen, Vorträgen und Filmabende und vieles mehr trifft man sich meist im Oxford Club an der Adenauerallee. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist in der Regel frei, Gäste sind dazu ebenso willkommen wie zu Exkursionen . Für 2019 hat sich Dietsch einiges vorgenommen. So soll unter anderem der scheidende irische Botschafter in Deutschland zu einem Vortrag nach Bonn kommen. Auch ist für September nächsten Jahres eine neungätige Studienreise nach Irland in Planung.

In Zeiten, in denen Nationalismus und Populismus erstarken, wolle er den kulturverbindenden Gedanken mehr nach außen tragen, erläutert Dietsch. Nach seiner Pensionierung bei der Telekom studierte er an der Bonner Uni Keltologie und kam durch Wimberger zur DIG. Er habe bereits einen Kontakt zwischen einer Bonner und einer Schule im irischen Abbeyfeale hergestellt, so Dietsch. Ebenso wolle er einen Austausch zwischen der Bonner Universität und dem Zentrum für Deutsch-Irische Studien an der Universität Limerick aufbauen.

Die Deutsch-Irische Gesellschaft hat laut Dietsch aktuell rund 40 Mitglieder. „Wie in vielen Vereinen wird es immer schwieriger, junge Leute zu begeistern“, sagt Dietsch, selbst Jahrgang 1949. „Unser Altersdurchschnitt liegt bestimmt bei deutlich über 60 Jahre.“ Auch daran möchte er etwas ändern. Er hofft, jüngere Menschen für die DIG zu begeistern. Zu Irland würde das in der Tat gut passen. Schließlich hat das Land mit 36,9 Jahren den geringsten Altersdurchschnitt in der Europäischen Union.

Weitere Infos über die Deutsch-Irische Gesellschaft auf www.deirge-bonn.de. Am Samstag, 15. September, beginnt um 19.30 Uhr im Oxford Club, Adenauerallee 7, ein Infoabend zur geplanten Studienreise nach Irland im kommenden Jahr.

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