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Fotografien aus Bonn und der Welt: Der Zufall als Auslöser

Fotografien aus Bonn und der Welt : Der Zufall als Auslöser

Die Ausstellung „Meine geilsten Bilder“ zeigt Fotografien aus Bonn und der ganzen Welt. Am Freitagabend wurde die Fotoschau in der Fabrik 45 eröffnet.

„Das war schon beim ersten Mal besser als jede Party“, sagt Gisela Hartmann. Sie ist eine von drei Journalistinnen, die vor zwei Jahren mit ihrem Kollegen Kristian Wiegandt in der Fabrik 45 die erste Ausstellung „Meine geilsten Bilder“ organisierte. Schon mit dem Titel der Schau sei alles gesagt, freut Verena Lammert sich über den Erfolg.

Der wiederum geht auf die Idee von Daniela Schulz zurück, die aus den Unmengen digitaler Fotos auf ihrem Rechner die besten ausgesucht hatte und in ihrer Küche öffentlich zur Schau stellte. Freundin Verena Lammert folgte ihrer Einladung, und die Idee entstand, zusammen mit Freunden noch mehr „geilste Bilder“ an einem größeren Ausstellungsort zu präsentieren.

Mit der Fabrik 45 am Hochstadenring war nicht nur eine perfekte Halle, sondern mit ihren kunstfördernden Betreibern Nataschia Cuschie und Christof Domrobe auch die richtigen Unterstützer des Ausstellungsprojekts gefunden. Nun sind seit Freitagabend auf etwa 80 laufenden Wandmetern unzählige Fotos in großen und kleinen Formaten, mit und ohne Rahmen, mit Handy oder Profikameras fotografiert und auf feinstem Alu-Dibond oder einfachstem Papier gedruckt zu sehen. Weitere acht Freunde der vier Gründer haben für die aktuelle Ausstellung ihre besten Fotos aus den „digitalen Tiefen“ ihrer Computer in das Ausstellungslicht gebracht.

Die Bilder erzählen die Geschichten von fernen Ländern, fremden und vertrauten Menschen oder auch von den kleinen, oft nicht beachteten Dingen des Alltags. Verena Lammert (33) nennt die Zusammenstellung ihrer Fotografien „Straßenecken und Kleinigkeiten“ und zeigt scheinbar Zufälliges, was nur durch ihr wachsames Auge zum Vorschein gebracht wurde. Dazu passt auch, dass ihr Lieblingsbild völlig unscheinbar und klein am Rande ihres Bildertableaus zu entdecken ist: ein kleiner hölzerner Fliegenpilz, der als einziger Farbtupfer die Tristesse einer Straße in der Altstadt von Bukarest durchbricht.

Was bei Lammert realistisch hart auf den Betrachter trifft, stellt Daniela Schulz (39) in ihren Bildern eher märchenhaft verklärt dar. Ihre „Armee“ von geschlossenen Sonnenschirmen auf einem nebligen Strand im französischen Deauville mutet in ihrer sanften Farbigkeit nahezu surreal an.

Mit einem Augenzwinkern hat die Bonnerin Gisela Hartmann (39) ihr Motto „Die Welt ist eine Erbse“ an die Wand geschrieben und sagt: „Das passt gut zu Bonn.“ Womit sie das Vertraute meint, das sich nicht nur in Bonn, sondern auch in ihren Aufnahmen aus der Mongolei, aus Indien oder China finden lässt. Etwas dramatischer präsentiert Kristian Wiegandt (39) die Welt. Sein im November aufgenommener schwarzer Trump Tower steht mit düsteren New Yorker Skylines für den Titel seiner Bildauswahl: „The Winter He is Coming“. Ob das nun bedrohlich wirke oder nicht, liege laut Wiegandt „wie alles in der Kunst im Auge des Betrachters“.

Die Ausstellung ist nur diesen Samstag und Sonntag jeweils von12 bis 18 Uhr in der Fabrik 45,Hochstadenring 45, zu sehen.