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Partys und Feste in Dransdorf: Der Mann für alle Attraktionen

Partys und Feste in Dransdorf : Der Mann für alle Attraktionen

Bei Partys und Veranstaltungen ist Rainer Scholz in Dransdorf gefragt. Er verleiht das Zubehör und hat über 10.000 Artikel im Bestand.

Kinder mit Spieltrieb dürften hier vor Neid erblassen. Dieser Mann ist einer, der alles hat, was Spaß macht. Eine Hüpfburg? „Davon habe ich 24 Stück“, sagt Rainer Scholz. Tischfußball? „Hinten stehen drei Kickertische.“ Die Sumo-Ringer-Anzüge, in denen schon Stefan Raab steckte? „Liegen da vorne.“ Die Zorb-Bälle? „Vier davon könnte ich sofort aufpumpen.“ Und wenn die Lust kommt, in Bällen zu baden, kein Problem. „Ich habe mehrere Wannen und dazu die notwendigen 21.000 Bälle.“

Weil der 49-jährige so viel Material für Veranstaltungen, Events und Partys hat, verleiht er es. Ob Toilettenwagen oder 1200 Teller, ob Karussell oder Schokoladenbrunnen, ob Partyzelt oder Heizkanone. Im Lager des Firmendomizils in der Grootestraße in Dransdorf ist alles zu finden. „Verleiher gibt es viele, aber ich bin der einzige Hauptberufliche hier im Umkreis“, behauptet Scholz. Mehr als 10.000 Artikel hat er im Bestand. Darunter so große wie drei Imbisswagen oder kleine wie die zig Waffeleisen.

Auch Firmen fragen an

Wenn die Party größere Dimensionen haben soll, fragen nicht nur Privatleute bei Scholz an, sondern auch Firmen. Bundeswehr, Telekom, Uniklinik und Stadt Bonn gehören zu den Kunden. „Besonders bei allem, was in der Rheinaue stattfindet, sind meine Produkte dabei.“ Auch TV-Agenturen leihen bei ihm Ausrüstung. „Das ist schon komisch, wenn man Fernsehen guckt und feststellt: Diesen Imbisswagen kennst Du doch.“ Der aus dem Kölner Tatort allerdings ist nicht seiner.

Einen seiner fünf großen Edelstahl-Grills auf einem 750 Kilo-Anhänger hat er selbst entwickelt. „Viele Sachen sind nach meinen Vorstellungen gefertigt worden.“ Und das ist es, was Scholz Spaß macht, nämlich das Entwickeln von Produkten. „Den Menschenkicker, bei dem die Leute angeschnallt Fußball spielen, habe ich selbst produziert“, sagt er. Aus der Zeit, als es Torwände aus Sperrholz gab, resultierte die nächste Idee. „Diese Dinger waren immer sehr groß und schwer zu transportieren, also habe ich eine aufblasbare Torwand entwickelt, die an ein Gebläse angeschlossen wird“, erzählt der gelernte Raumausstatter. Die lässt sich leicht zusammenfalten und auf einer Europalette transportieren.

Partyzubehör zum Liefern und Abholen

Angefangen hat er vor 27 Jahren mit einem Anhänger- und Werkzeugverleih. Das Mietgeschäft mit Werkzeugen lief nur drei Jahre, stattdessen hat Scholz dann Partygrills angeboten. „Und dann bimmelte dauernd das Telefon.“ Das Geschäft brummt. Im Hauptlager sind die Hüpfburgen gestapelt, im Foodgerätelager die Gasbräter, Fritteusen, Grillpfannen und Popcornmaschinen; im Traversenlager liegen Bühnenelemente und Stangenzelte, im Licht- und Tonlager die Lasergeräte, LED-Scheinwerfer und Musikanlagen.

Wer das Rund-um-sorglos-Party-Paket wünscht, bekommt nicht nur Bühne und Musik, sondern kann Sohn Lukas als DJ buchen. Übrigens: Die Ordnung der Gerätschaften erinnert ein bisschen an die aus dem Fernsehen bekannten Ludolfs. Denn nur Vater und Sohn wissen, wo was zu finden ist. Viele Kunden holen das bestellte Zubehör ab, die anderen werden bundesweit beliefert. Dafür sind insgesamt 16 Fahrzeuge im Einsatz.

Saisonale Ausrichtungen des Verleihs

Cateringzubehör und Geschirr laufen das ganze Jahr, auch Tische und Stühle. An Karneval leihen sich die Leute Partyrequisiten, im Winter Churrospressen und Crèpe-pfannen für Weihnachtsmärkte. Für Frühjahr und Sommer werden die Karussells und die Bullenreit-Anlage gebucht. Dann läuft die Hauptsaison. „Man kann die Uhr danach stellen, am 1. Mai geht's los und ab Oktober wird es ruhiger“, sagt der Seniorchef. „Dann statten wir 100 Veranstaltungen pro Woche aus, wenn noch ein Feiertag dabei ist.“

Allein am Wochenende geht die Ausstattung für 50 Veranstaltungen raus. 140 Anfragen pro Tag sind üblich. „Das liegt auch an unserem Sortiment, mit dem wir einzigartig sind.“ Mehr Arbeit ist für den Familienbetrieb kaum zu schaffen; sieben Tage pro Woche wird malocht. Mehr als zwei Wochen Urlaub in den Sommerferien sind nicht drin. Und das ist auch der Nachteil: „Der Job ist schwer, wir bewegen hier Tonnen an Material und haben alle die Knochen kaputt“, sagt der Chef, und sein Sohn nickt.

Dafür darf die Menschenkenntnis nicht abhanden kommen, denn Verleihen ist Vertrauenssache. „Dass etwas nicht zurückgebracht wird, passiert nur alle fünf Jahre“, so Scholz. Trotzdem: Inzwischen verlangt er nach einigen schlechten Erfahrungen mit der Rechnungsbegleichung Vorkasse. Das Betriebsgelände, auf dem die Familie auch wohnt, ist nach drei Einbrüchen kameraüberwacht.