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Rot-Weiß Lessenich: Der Kunstrasen kommt

Rot-Weiß Lessenich : Der Kunstrasen kommt

Großer Jubel beim FC Rot-Weiß Lessenich: Der Verein hat in seinem Bemühen, einen Kunstrasenplatz zu bekommen, den Durchbruch erzielt. Einen entsprechenden Bürgerantrag des Vereins genehmigte der Sportausschuss am Mittwochabend einstimmig.

Damit ist die Marschroute klar: Die Politik gibt grünes Licht für das Projekt, und zwar über alle Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg. Allerdings hat der Stadtrat das letzte Wort und wird am 19. September über die Empfehlung des Sportausschusses abstimmen.

"Mit so einem klaren Ergebnis hätte ich auch nicht gerechnet", sagte Vorsitzender Marco Jost gestern dem GA. Am Abend vorher hatte er das Konzept im Ausschuss vorgestellt, das in Eigenregie und mit Hilfe eines Kredits umgesetzt werden soll. "Unsere Fußball-Mitglieder sind außerdem bereit, dafür eine Erhöhung der Beiträge um 30 Euro pro Jahr in Kauf zu nehmen", sagte Jost. Und seit September seien 16.000 Euro an Spenden gesammelt worden.

Dem Angebot, den Kunstrasen praktisch alleine vom Verein finanzieren zu lassen, konnte die Politik da nicht widerstehen. Eigentlich wäre der Verein laut aktueller Prioritätenliste nicht vor 2015 dran gewesen.

Für die Stadt bleibt ein Kostenbeitrag von 19 000 Euro, der als Pflegekostenzuschuss jährlich an den Verein gezahlt werden soll. Im Gegenzug entfällt die Verantwortlichkeit des Sportamtes für den neuen Platz, weil der Verein die Pflege auf eigene Kosten und mit eigenem Personal übernimmt. Dafür will er ein kostenloses Nutzungsrecht.

Jost kam bei der Entscheidung pro Kunstrasenplatz wohl auch zugute, dass er nicht nachkartete, als die Stadt in die vorgesehenen Clubheim-Räume an der Platzanlage kurzerhand eine Flüchtlingsfamilie einquartiert hatte. Statt sich darüber zu beschweren, integrierte der Verein die Familie im Verein und animierte sie, ihren Nachwuchs im Club anmelden. "Diese Integration war uns sehr wichtig", so Jost.

Wie geht es jetzt weiter? Mit dem positiven Beschluss im Rücken sieht sich der Verein in einer guten Position und will jetzt mit der Sportverwaltung in die Detailplanung einsteigen. "Ich gehe davon aus, dass man dann mit der Umsetzung peu à peu beginnen kann", so Jost. Unterstützung kommt von Sportamtsleiter Martin Herkt, der den Beschluss der Politik begrüßte: "Ich finde es gut, das so zu machen", sagte er.

Unabhängig davon gibt es trotzdem Ärger. Denn Schwarz-Grün lehnte die Fortschreibung der Prioritätenliste zur Sanierung der Sportplätze ab. "Wir wollten zuerst ein Konzept mit neuen, überarbeiteten Kriterien haben", so Grünen-Ratsherr Rolf Beu. "Statt dessen haben wir eine neue Rankingliste im Hauruckverfahren erhalten." Auf dieser stehen die Plätze in Lessenich, Beuel-Mitte,Graurheindorf, am Wesselheideweg (Hardtberg) und in Mehlem ganz oben.