Wetterstatistik in der Region: Der Juni in Bonn war zu warm und zu trocken

Wetterstatistik in der Region : Der Juni in Bonn war zu warm und zu trocken

Es verwundert nicht, denn alles haben es gespürt: Der Juni war viel zu warm und zu trocken. Die Durchschnittstemperatur lag bei 21,5 Grad, der höchste Wert seit 125 Jahren.

Der Juni gehörte zu den Monaten der Rekorde – viel zu warm, zu trocken und sehr sonnenscheinreich. Mit einer Durchschnittstemperatur von 21,5 Grad war der Juni um 4,8 Grad wärmer als im Schnitt der vergangenen 125 Jahre.

Temperatur: Der grade abgelaufene Juni wies eine Durchschnittstemperatur von 21,5 Grad Celsius auf und war damit um 4,8 Grad Celsius wärmer als im Durchschnitt der letzten 125 Jahre. Er war auch der heißeste Juni seit 1895. Damit wurde der bisher wärmste Juni 2017 mit 20,7 Grad Celsius auf den zweiten Platz verwiesen. 1923 wurde der kühlste Juni mit 12,4 Grad Celsius gemessen. Am 9. Juni wurde mit 11,2 Grad Celsius die niedrigste Juni-Temperatur des Monats festgestellt. Ab 17. Juni folgte die große Hitzewelle, die uns acht Tropentage bescherte. Am 25. Juni kletterte die Temperatur auf den diesjährigen Höchststand von 37,6 Grad Celsius. Dies war die vierthöchste Juni-Temperatur, die je in Bonn gemessen wurde. Insgesamt gab es 21 Sommertage (Maximum über 25 Grad Celsius) und zehn Tropentage (Maximum über 30 Grad Celsius). Beide sind neue Juni-Rekorde. Noch mehr Superlative konnte der Juni liefern: Nur ein Tag mit maximal weniger als 20 Grad und minimal alle Tage über 11 Grad.

Sonne: Die vielen Hochs im Juni gaben der Sonne durchaus Chancen: Insgesamt schien sie 320 Stunden, 37 Stunden länger als im langjährigen Mittel. Damit belegt der Juni 2019 einsam den ersten Platz in der 50-jährigen Historie und hat den bisherigen Spitzenreiter (2006) um 46 Stunden übertroffen. An jedem Tag schien sie länger als eine Stunde; an 13 Tagen mehr als 13 Stunden. 2019 schien die Sonne schon 997 Stunden, 239 Stunden länger als im langjährigen Mittel.

Niederschlag: Insgesamt war der Juni zu trocken: An zwölf Tagen fielen nur 27 Liter pro Quadratmeter Niederschläge. Das sind 38 Prozent eines normalen Junis in Bonn. Das ist Platz 157 in den 171-jährigen Aufzeichnungen der Stadt. Die meisten Niederschläge – begleitet mit Gewittern – gab es am 6. Juni mit acht Litern pro Quadratmeter. Noch trockener war zuletzt der Juni 1959, also vor 60 Jahren.

Wind: Sturmböen von 75 Kilometern pro Stunde oder mehr traten im Juni nicht auf. Am 7. Juni gab es Stürme über Bonn, dabei wurden Spitzenwerte von 41 Stundenkilometer beobachtet. Die häufigste Windrichtung kam aus südwestlicher Richtung.

Vergleich mit 2018: Der Juni 2018 war um 2,1 Grad Celsius kühler als der aktuelle Juni. Die Minimal-Temperatur war mit 9,3 Grad Celsius niedriger, und die Höchsttemperatur blieb mit 31 Grad Celsius hinter dem diesjährigen Wert zurück. Die Sonne schien mit 211 Sunden 109 Stunden kürzer und es fielen an Niederschlägen 94 Liter an zwölf Tagen, 67 Liter mehr als 2019.

Klaus Kosack war Chef-Statistiker der Stadt Bonn.

Mehr von GA BONN