Wahlbezirk 16: Der Berufsverkehr macht Sorgen

Wahlbezirk 16 : Der Berufsverkehr macht Sorgen

In Röttgen schlagen die Wellen derzeit mal wieder hoch. Schuld ist der Umbau der Haltestelle "Schlossplatz". Erst einmal fragen sich einige Anwohner, ob dort ein Wartehäuschen aufgebaut wird.

Das sei allerdings nicht nötig, weil dort ja das Geschäftshaus mit seinen Arkaden steht, die vor Wind und Regen schützen. In den Lokalen und Geschäften reden die Leute aber auch darüber, dass es nun keine Bucht mehr gibt.

Die Busse halten also auf der Straße, wenn dann noch ein paar Leute Fahrscheine kaufen, stauen sich die Autos dahinter. Zum Beispiel im Berufsverkehr, wenn aus Meckenheim eine Blechlawine anrollt. "Die Linie 603 kann man dann bis Poppelsdorf nicht mehr überholen", ärgert sich mancher.

Dabei geht es ansonsten vorwärts im Ort: Die Schlossbachschule geht nach dem Sommer vierzügig an den Start. Die Erschließung des Baugebiets Am Hölder ist in vollem Gange, künftig sollen dort rund 1000 Neubürger wohnen. Erst vor Kurzem ist an seinem Eingang der Kreisverkehr auf der Ecke Reichs- und Röttgener Straße gestaltet worden. Keine Frage, der Ort ist beliebt: Der nächste Autobahnanschluss ist nicht weit. Der Wald auch nicht.

Den weitaus größten Teil Röttgens macht auf dem Stadtplan eigentlich der Kottenforst aus. Wer kennt nicht den Hirschweiher oder das um 1740 erbaute Jägerhäuschen am Communicationsweg? Es diente als Station für die Parforce-Jagden des Kölner Kurfürsten Clemens August. Der baute dazu dann noch als Ausgangspunkt das Schloss Herzogsfreude, das er selbst aber nie bezog.

Der französische Staat versteigerte es 1804, danach wurde es abgerissen. Ein Bronzemodell am Schlossplatz erinnert an den Barockbau. Für den Ort engagiert sich ganz besonders der Festausschuss Bonn-Röttgen. Der Verein organisiert den Karneval samt Zug, die Kirmes, eine Schifffahrt und den Martinszug. Allerdings mangelt es mittlerweile an Mitgliedern.

In Richtung Ückesdorf geht es über die L261, aber bitte immer mit maximal Tempo 60. Denn demnächst werden dort Starenkästen jeden blitzen, der sich nicht an diese Geschwindigkeitsbegrenzung hält.

Fußgänger gelangen dagegen viel besser in den Nachbarort, indem sie durch die Hölle gehen - also den Weg vom Herzogsfreudenweg zum Schmalzacker nehmen. Jedes Jahr jagen Kinder dort in ihren selbstgebauten Seifenkisten Bestzeiten hinterher. Organisiert wird das Ganze vom Jugendförderverein "Ran!", der auch einen Treff für junge Leute in Ückesdorf unterhält.

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