Wetter: Der April in Bonn war so warm wie seit 1895 nicht mehr

Wetter : Der April in Bonn war so warm wie seit 1895 nicht mehr

Mit bis zu 29,2 Grad kletterte die Temperatur in Bonn im April auf Höchstwerte. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist es der wärmste April aller Zeiten.

Der gerade abgelaufene April war der wärmste April in den Bonner Wetterannalen, dazu etwas zu trocken und sonnenscheinreich. Das zeigt der Blick auf die aktuellen Daten der Wetterstation Endenich der Uni Bonn und die Daten aus der Wetterhistorie.

Temperatur: Der gerade abgelaufene April 2018 wies eine Durchschnittstemperatur von 14,7 Grad Celsius auf und war damit um 5,1 Grad wärmer als im Durchschnitt der letzten 123 Jahre. Das ist der Spitzenplatz im April. Den bisher mildesten April hatten wir in Bonn 2011 mit 14,0 Grad, 1917 wurde der kälteste April mit 5,7 Grad gemessen. Seit 2007 gab es fünf der wärmsten Aprilmonate. Den bisher letzten Frosttag gab es im März; im April wurde am 6. mit 2,1 Grad die niedrigste Temperatur gemessen. Am 19. wurde mit 29,2 Grad (dritthöchster jemals gemessener Wert in Bonn) die höchste Monatstemperatur gemessen, außerdem kletterte die Quecksilbersäule 15mal über die 20-Grad-Marke, und es gab sechs Sommertage. Außerdem wurde an drei Tagen die 29-Grad-Marke übertroffen. Zum Monatsende gab es einen weiteren Kaltlufteinbruch.

Sonne: Das abwechslungsreiche Aprilwetter gab der Sonne durchaus Chancen: Insgesamt schien sie 191 Stunden, 28 Stunden mehr als im langjährigen Mittel. An acht Tagen schien sie mehr als zehn Stunden, an zwei Tagen überhaupt nicht. 2018 schien die Sonne schon 482 Stunden, 69 Stunden mehr als im langjährigen Mittel.

Niederschlag: Als zweiter Monat des Jahres verfehlte der April sein Soll: An 13 Tagen fielen 52 Liter Niederschläge pro Quadratmeter. Das sind vier Liter weniger als in einem normalen April. Die meisten Niederschläge gab es am 11. mit 18 Litern pro Quadratmeter, zugleich Rekordwert für 2018. Es gab ein Gewitter.

Wind: Sturmböen von 75 Kilometern pro Stunde oder mehr traten im April nicht auf. Die größte Bö konnte am 30. mit 52 km/h gemessen werden. Vergleich mit 2017: Der vorhergegangene April war um 5,2 Grad Celsius kühler als der aktuelle. Die Minimaltemperatur blieb mit minus 2,0 Grad deutlich niedriger, jedoch blieb die Maximaltemperatur mit 24,0 Grad weit unter dem diesjährigen Wert. 2017 gab es zwei Frosttage und keinen Sommertag. Die Sonne schien mit 174 Sunden 17 Stunden weniger, und auch an Niederschlägen fielen 31 Liter weniger. Einmal mehr machte der April, was er will.

Wetter-Vorschau Mai: Im Wonnemonat Mai wächst die Tageslänge um gut 70 Minuten, von knapp 15 Stunden auf 16 Stunden und zehn Minuten. Über die 123 Jahre der Aufzeichnungen hinweg betrug die mittlere Mai-Temperatur 13,7 Grad, die Schwankungsbreite lag zwischen 9,7 Grad (1941) und 17,1 Grad (2008). Der durchschnittliche Mai beschert den Bonnern 15,9 warme Tage (mehr als 20 Grad), 5,7 Sommertage (mehr als 25 Grad) und 1,1 heiße Tage (mehr als 30 Grad). Auch die absoluten Temperaturen eines Bonner Mais sind beeindruckend: Sie schwanken zwischen -3,5 Grad (9. Mai 1941) und 36,2 Grad (25. Mai 1922), also um fast 40 Grad. Den letzten Mai-Frost gab es 1960.

Klaus Kosack war jahrzehntelang Chefstatistiker der Stadt Bonn.