Freibadsaison in Bonn: Das Römerbad bekommt ein neues Kinderbecken

Freibadsaison in Bonn : Das Römerbad bekommt ein neues Kinderbecken

Das Römerbad bekommt nach vielen Jahren endlich wieder einen Planschbereich. Derzeit laufen die Arbeiten am Kinderbecken. Beginn der Freibadsaison ist am 30. Mai.

Die bis zu zweieinhalb Millimeter dicken Edelstahlbleche werden derzeit auf Hochglanz poliert, und bis zur Eröffnung des Römerbades an der Nordbrücke am 30. Mai wird es dann fertig sein: das neue Kinderbecken mit insgesamt 128 Quadratmetern Wasseroberfläche am Rande der bewährten Schwimmerbecken.

Auf den Blechen verhindern Erhebungen das Ausrutschen. Mit einer Wassertiefe von bis zu 35 Zentimetern werden kleine Badefreunde zwar nass, aber können den Kopf locker über Wasser halten und sich von einer Robbe und einem Igel lustig Spritzwasser ins Gesicht spucken lassen.

764.000 Euro sind für die Anlage veranschlagt, die das Ingenieurbüro Oliver Martin aus Villmar im Auftrag der Stadt derzeit auf einem Teil der ehemaligen Liegewiese errichtet. Die Abschlussrechnung liegt noch nicht vor. Die stellvertretende Bäderamtsleiterin Elke Palm zeigte sich am Donnerstag froh darüber, „dass das neue Planschbecken zu Beginn der Freibadsaison an den Start gehen wird“.

Seit 2011 verfügt das Römerbad über kein solches Becken mehr. Das alte, nahe der Autobrücke, wurde zum Sandkasten umfunktioniert. Die Stadt musste es schließen, weil es nicht mehr den damals neuen Din-Normen entsprach. Das Wasser war kalt, und es fand praktisch keine Umwälzung statt. Das neue Becken entsteht nun auf der brückenabgewandten Seite.

Palm erklärte, dass es in direkter Nähe zum Bestandsbecken der Schwimmer für Eltern mit zwei Kindern einfacher sei, eines im künftigen Planschbecken und das andere im Schwimmerbecken im Auge zu behalten. Zumal das Römerbad an heißen Tagen in der Spitze 7500 Besucher habe und es unübersichtlich werden könne.

Becken ist unterteilt in zwei Bereiche

Diese Lage gestaltete sich nach Angaben von Stefan Hoff vom Städtischen Gebäudemanagement und Ingenieur Oliver Martin allerdings etwas schwieriger als die vorherige. „Für den Anschluss an den nun weiter entfernten Technikraum mussten lange Leitungen verlegt werden“, erklärte Martin. Durch diese Kanäle fließt das Wasser zu einer im Jahr 2003 für alle Becken installierten Solaranlage, wird erwärmt und wieder zurückgeführt.

Auf dem Weg läuft es über Pumpen durch den Filter einer Aufbereitungsanlage und wird desinfiziert. Pro Stunde wird der Inhalt des Beckens nach Angaben Martins zweimal mit gereinigtem Wasser erneuert. Das Becken ist unterteilt in zwei Bereiche, einen mit bis zu 15 Zentimetern Tiefe für Babys, den zweiten mit einer Wassertiefe bis zu 35 Zentimetern für Kleinkinder. Eine bunte Rutsche ist bereits mittig installiert. Auch mehrere Stahlstelen sind angebracht, die bei der Inbetriebnahme ein Sonnensegel von knapp 40 Quadratmetern Größe halten können.

Bis zum politischen Beschluss zum Bau zu Beginn des vergangenen Jahres zog viel Zeit ins Land. 2017 stellte die Verwaltung mehrere Bauvarianten vor. Darunter war der Vorschlag für eine Anlage im Römer-Stil, die den Kommunalpolitikern mehrheitlich mit Kosten von fast einer Millionen Euro aber zu teuer erschien. Das günstigste Becken mit einer Folie hätte 606 000 Euro gekostet, wäre aber nicht so langlebig gewesen wie die gewählte Lösung. „Wir gehen von einer Lebensdauer von 50 Jahren aus“, sagte Palm.

In den fünf Bonner Freibädern laufen derzeit die üblichen Sanierungsarbeiten nach dem Winter. Die Becken und deren Umgänge werden entleert und gereinigt. Die Fliesenschäden halten sich laut Bäderamt nach dem recht milden Winter in Grenzen. Zum Prozedere gehört die Prüfung der technischen Anlagen für die Wasseraufbereitung mit Filtern, Pumpen und Chloranlage und die Heizung. Nach dem Wiederbefüllen der Becken entnehmen die Techniker Wasserproben – auch in den Duschen.

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