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Generalsanierung des Bonner Münsters: Das Münster wird neu vermessen

Generalsanierung des Bonner Münsters : Das Münster wird neu vermessen

Schwarz-weiße Zeichen kleben derzeit an Pfeilern und Mauern des Bonner Münsters. Was manchen vielleicht irritiert, sind Vermessungspunkte für ein 3D-Laserscanning.

Mehr als 200 dieser Punkte gibt es derzeit in der Basilika, in den Türmen, im Kreuzgang und andernorts, sie sind Bestandteil einer neuen und exakten Vermessung des Bauwerks. Die Dokumentation dient als Grundlage für die anstehende Generalsanierung.

"Mit den vorgefundenen Plänen und Vermessungen konnten wir uns zwar ein erstes Bild machen", sagt Jutta Pieper vom Architekturbüro Hahn + Helten, das mit der Planung beauftragt ist. Diese seien aber sehr unterschiedlich und fragmentarisch. Es gebe zwar einen Grundriss, aber so seien die Mauern nicht erfasst worden.

"Für eine solide und nachhaltige Planung aber bedarf es einer umfassenden Kartierung des Bauwerks", erklärt Ägidius Strack. Er ist Projektleiter der Generalsanierung und derzeit mit der Analyse beschäftigt samt genauer Bestandsaufnahme. Mittels Laserscan-Methode können die Statiker genauere Rückschlüsse auf Risse und Bewegungen ziehen und die Tragfähigkeit besser berechnen.

Die Scanner werden an unterschiedlichen Stellen innen und außen positioniert und tasten ihre Umgebung ab. Auch wurde das Münster mit einem Oktokopter beflogen, um bis hin zu den Turmspitzen verlässliche Daten zu bekommen. Mit Hilfe aller Informationen kann der Computer einen genauen, dreidimensionalen Plan des Münsters erstellen. Anhand der Pläne können die Verantwortlichen den Verlauf der Sanierungen erkennen und wissen, welche Steine wie schnell erneuert werden müssen und somit auch weitere Rückschlüsse auf die Statik oder Verwitterungsprozesse ziehen.

Derzeit werten die Fachleute vom Bonner Vermessungsbüro Pilhatsch die Scans aus und prüfen die Vollständigkeit. Dabei kann es gegebenenfalls zu Nachmessungen kommen. Deshalb hängen die Messpunkte noch mindestens bis zum 21. Mai im und am Bonner Münster.