Morsche Holztreppen und fehlende Handläufe: Das Melbtal ist für Spaziergänger gesperrt

Morsche Holztreppen und fehlende Handläufe : Das Melbtal ist für Spaziergänger gesperrt

Morsche Holztreppen und fehlende Handläufe im Melbtal - der Weg vom Engelsbach hinauf in den Wald ist in einem schlechten Zustand. Inzwischen haben die Behörden reagiert und das Melbtal für Spaziergänger gesperrt.

Das Melbtal ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für Spaziergänger und natürlich viele Hundehalter. Aber der steile Weg vom Engelsbach hinauf in den Wald zu der Schutzhütte unterhalb der Universitäts-Sportanlagen ist mit Vorsicht zu genießen.

Wer dort entlang läuft, trifft im Hang auf eine gewundene Treppe aus dicken Holzbalken, die ebenso in einem schlechten Zustand sind wie das Geländer und die Handläufe aus Holz. Einige Stufen sind morsch und ausgetreten. Vor allem der steile Weg hinab ins Melbtal kann dadurch gefährlich werden, weil auch das Geländer mit den Handläufen teilweise so marode ist, dass es umgekippt ist. An manchen Stellen stehen im Holz verrostete Nägel heraus.

Inzwischen haben die Behörden reagiert und nicht nur die Treppe, sondern auch das gesamte Melbtal für Spaziergänger gesperrt. An den Brücken über dem Bach sind Schilder angebracht: „Privatgrundstück – Betreten verboten.“

Treppe ist provisorisch gesperrt

Offensichtlich ist über die Jahre keine Instandsetzung der Treppen und Brücken mehr erfolgt. Insofern ist schon allein wegen der Verkehrssicherungspflicht ein Wort der Eigentümer erforderlich. Und das ist die Universität, der das Gelände und damit auch die Treppenanlage gehört, wie Uni-Sprecher Andreas Archut herausfand. Nachdem er sich beim zuständigen Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) erkundigt hatte, teilte er mit, dass alle „Einbauten“ – also Treppen und Treppengeländer, Stufen und Brücken und Betoneinfassungen – im Bereich des Waldgebiets ohne Kenntnis und Zustimmung der Uni Bonn und des BLB errichtet worden seien.

Ohne Kenntnis und Zustimmung? Bei Anlagen, die seit Jahrzehnten existieren und in Gebrauch sind? Irgend jemand muss diese „Einbauten“ schließlich damals in Auftrag gegeben haben.

Professor Wolfgang Alt vom Förderverein Poppelsdorfer Geschichte weiß in einem historischen Artikel über die sogenannte „Juffere/n-Trepp“ zu berichten: „Die Treppe ist spätestens im 18. Jahrhundert angelegt worden.“ Man könne aber davon ausgehen, dass schon ab dem 15./16. Jahrhundert die Nonnen des Klosters Engelthal den Wald genutzt und zum Aufstieg aus dem Melbtal die „Juffere-Trepp“ benutzt haben.

Von alledem weiß man beim BLB offenbar nichts. „Derzeit wird beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW geprüft, wie mit diesen „Einbauten“, die sich allesamt in einem Naturschutzgebiet befinden, umgegangen wird“, erklärte Archut. Vorsorglich sei nach der GA-Anfrage erst mal eine provisorische Sperrung des schadhaften Treppenbereichs vorgenommen worden.

Sicherheit nicht mehr gewährleistet

In der Tat scheint man genau das zunächst mit rot-weißem Flatterband versucht zu haben, denn einige Reste davon sind noch an manchen Holzbalken der Treppenanlage erkennbar. Wahrscheinlich hat die Sperrung aber einigen Spaziergängern nicht gepasst und sie haben das Flatterband abgerissen, um ihren gewohnten Weg weitergehen zu können.

Inzwischen ist auch beim BLB ein „Vorgang“ aus der Sache geworden. Dem GA wurde angekündigt, die Treppe zu sperren und eine Beschilderung anbringen, wonach das Betreten des Pfades verboten ist. „Darüber hinaus werden zu Beginn der Treppenanlage und/oder an der Grundstücksgrenze Barken aufgestellt, die zusammen mit den Schildern eine Wegsperrung deutlich machen – ebenso beidseitig der Brücke.“ Genau das ist in dieser Woche geschehen, sodass Spaziergänger das Melbtal nicht mehr passieren können. Erste Proteste dagegen sind bereits vermerkt und der Redaktion bekannt.

Auf Nachfrage sagte BLB-Sprecher Frank Buch, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, der erst im Jahr 2001 gegründet wurde, sei nicht bekannt, wer die abseits gelegene Treppe seinerzeit errichten ließ. „Was allerdings bekannt ist: Die Verkehrssicherheit ist u.a. im Bereich der Treppe nicht mehr gewährleistet.“ Deswegen habe der BLB aktuell ein Fachunternehmen mit der Umsetzung der ad-hoc-Maßnahmen beauftragt. „Damit soll einer möglichen Unfallgefahr für Spaziergänger vorgebeugt werden, die gerade in der jetzigen Jahreszeit und unter den momentanen Witterungsverhältnisse gegeben ist.“ Buch kündigte an, der BLB werde kurzfristig die Beteiligten zu einem Gespräch einladen, um das weitere Vorgehen und die Möglichkeiten einer Instandsetzung zu vereinbaren.