Maßnahmen kosten 18,8 Millionen Euro: Das halten Bonner vom neuen ÖPNV-Fahrplan

Maßnahmen kosten 18,8 Millionen Euro : Das halten Bonner vom neuen ÖPNV-Fahrplan

Die Fahrplanänderungen in Bonn werden seit zwei Wochen umgesetzt. Die Stadtwerke ziehen nach dieser Zeit eine positive Bilanz, doch es gibt auch Kritik an den Umstellungen.

Seit zwei Wochen gilt in Bonn und der Region ein neuer Fahrplan für Busse und Bahnen. Nach Auskunft der Stadtwerke Bonn (SWB) sind die bisherigen Erfahrungen „im Großen und Ganzen gut“. Es gebe Lob, aber auch Kritik an den Umstellungen, die zu den größten in den vergangenen Jahrzehnten zählen. Durch die Teilnahme der Stadt Bonn am deutschlandweiten Pilotprojekt Lead City unterstützt der Bund die Ausweitung und als Verbesserungen angekündigten Fahrplanänderungen im Nahverkehr, die nach Angaben der SWB 18,8 Millionen Euro kosten.

Erheblichen Widerstand gibt es allerdings in den Bad Godesberger Ortsteilen Schweinheim und Heiderhof. Durch die Teilung der Buslinie 615 in die Linien 638 und 639 führen die Busse im unteren Schweinheim nur noch alle 30 Minuten statt wie bisher alle 20 Minuten, moniert eine Bürgerinitiative. Eine Verbesserung sei nur für das obere Schweinheim erreicht worden. Laut SWB-Sprecherin Veronika John bekämen die Stadtwerke für die Taktverdichtung Richtung Waldkrankenhaus durchaus Zuspruch.

Wie Marc Hoffmann aus dem Pressamt mitteilte, suchten Stadt und SWB für die Anbindung nach Schweinheim und zum Heiderhof eine kurzfristige Lösung. Die Stadtwerke hätten nicht ausreichend Gelenkbusse. Die SWB denken darüber nach, die vorhandenen Busse mit größeren Kapazitäten anders einzusetzen.

Eine nicht repräsentative Umfrage des GA zum Fahrplanwechsel ergab, dass Fahrgäste deutliche Verspätungen zwischen Tannenbusch, Endenich, Friesdorf und Robert-Schuman-Platz feststellten, ebenso wie auf der Straßenbahnlinie 61 zwischen Auerberg und Dottendorf, deren Taktung am Wochenende ebenso erhöht wurde wie auf den Linien 62, 63 und 66.

Pendler werden von der Stadtverwaltung befragt

Ralf Regendantz aus Tannenbusch schilderte dem GA seine liebe Müh, mit dem Bus der Linie 817 der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) zum Roisdorfer Bahnhof zu gelangen beziehungsweise den Umweg mit der Stadtbahnlinie 16 über den Hauptbahnhof den Regionalzug zu erreichen. „Die Erweiterung des Angebotes scheint eine Erweiterung der Verspätungen und Ausfälle zu bedeuten.“ Die RVK erklärte, sie habe Probleme mit der Pünktlichkeit wegen aktuellen Baustellen auf der Landstraße 182 zwischen Heimerzheim und Brenig sowie in Tannenbusch.

Positive Rückmeldungen bekommen die Stadtwerke und auch die im Rechtsrheinischen zuständige Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) für die neue Buslinie 540, die zwischen Bonn Hauptbahnhof und Sankt Augustiner Zentrum verkehrt sowie für den Taxibus T883 (zwischen Dransdorf und Roisdorf) und die eben genannte 817 (zwischen Tannenbusch und Brenig).

Positive Rückmeldungen zum Schnellbus nach Porz-Wahn

Gut angenommen wird offenbar die neue Verbindung des Schnellbusses S 55 zwischen dem Bonner Hauptbahnhof, Niederkassel und Porz-Wahn. RSVG-Geschäftsführer Volker Otto sagte dazu: „Wir haben festgestellt, dass Solobusse zu den Hauptverkehrszeiten nicht reichen und setzen Gelenkbusse.“ Problematisch sei der Umstieg zwischen dem Schnellbus und der Linie 501, die nun Siegburg, Troisdorf und Lülsdorf miteinander verbindet.

Mit den Investitionen ins Liniennetz aus dem Lead City-Projekt sollen auch die Verbindungswege zwischen Kreis- und Bonner Stadtgebiet verbessert werden. Die Verkehrsbetriebe weisen darauf hin, dass sich Fahrplanwechsel stets einpendeln müssten. Die Bonn Verwaltung begleitet die Umstellung mit einer Befragung der Pendler, die noch bis 22. September dauert. Hoffmann sagte, in den ersten Tagen hätten 11.000 Bürger daran teilgenommen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Bussen und Bahnen seit dem Fahrplanwechsel gemacht? Schreiben uns per E-Mail an bonn@ga-bonn.de.

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