Ausblick ins neue Jahr: Das erwartet die Bonner im Jahr 2019

Ausblick ins neue Jahr : Das erwartet die Bonner im Jahr 2019

In der Stadt Bonn sind einige Projekte im Gange, die das Stadtbild und das Leben des einen oder anderen verändern werden. Einen Überblick, was Bonner im Jahr 2019 alles erwartet.

Ein gutes neues Jahr wünscht man sich in diesen Tagen. Was es bringt, weiß natürlich niemand. In der Stadt Bonn sind wie jedes Jahr einige kurz- wie langfristige Projekte im Gange, die das Stadtbild, ja vielleicht auch das Leben des einen oder anderen verändern werden. Einige Themen beschäftigen die Bonner bereits seit Längerem, einige sind neu auf der Agenda. Ein Ausblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Das Maximilian-Center: Auf der Zielgeraden ist das neue Maximilian-Center des Investors Ten Brinke. Am Hauptbahnhof werden die ersten Mieter einziehen, zu denen neben einem Rewe To Go und dm auch der Textil-Discounter Primark als Hauptmieter gehört. Mit dem Jahreswechsel übergibt Ten Brinke, der die Liegenschaft an die Zusatzversorgungskasse der bayerischen Gemeinden verkauft hat, die ersten Räume. Die Ansiedlung von Primark stößt nicht überall auf Gegenliebe. Die Eröffnung ist im Herbst geplant.

Der Bonn-Vertrag: Hinter den Kulissen geht es um die Zukunft. Seit Monaten trifft sich bei Oberbürgermeister Sridharan eine Arbeitsgruppe, zu der Politiker und Spitzenbeamte aus Bonn und der Region gehören. Sie bereitet den Bonn-Vertrag vor, der mit der Bundesregierung geschlossen werden soll. Weil der Bund seit Jahren immer mehr Ministeriumsposten nach Berlin verlagert, soll der Vertrag die ehemalige Hauptstadt zusätzlich zum Berlin/Bonn-Gesetz als zweites politisches Zentrum sichern. Die Arbeitsgruppe diskutiert die gemeinsame Verhandlungsposition – einschließlich konkreter Kompensationsforderungen an den Bund. Der Start der Gespräche mit Berlin steht jetzt offenbar kurz bevor.

Die Bäder: In Kürze beauftragt die Stadtverwaltung für rund 200.000 Euro ein externes Büro, das ein Bürgerbeteiligungsverfahren zur Zukunft der Bäder organisieren soll. Zunächst werden Verbände, Vereine und Initiativen diskutieren. Dann erstellen 75 bis 125 repräsentativ ausgewählte Bonner in Planungszellen ein Bürgergutachten, das bis Ende 2019 vorliegen soll. Danach muss der Rat entscheiden, welche Bäder saniert oder womöglich durch einen Neubau ersetzt werden. Die Ratskoalition aus CDU, Grünen und FDP hat das Verfahren gegen den Willen der Opposition durchgesetzt, die alle Stadtteilbäder sanieren will.

Das Fahrverbot: Noch mehr Aufmerksamkeit als ohnehin schon gilt 2019 dem Bonner Innenstadtverkehr: Wird das Oberverwaltungsgericht Münster das Fahrverbot für viele Diesel- und Benzinautos auf Reuterstraße und Belderberg kippen? Oder bleibt es dabei, und Kohorten von Autofahrern müssen sich nach Ausweichstrecken umsehen? Darum wird es im neuen Jahr ebenso gehen wie um die Frage, wie gut es mit den Modellprojekten zur Luftverbesserung klappt. Das Verkehrsaufkommen in der Stadt wird ein Gradmesser dafür sein, wie attraktiv 365-Euro-Ticket, besserer Zugang zum Jobticket und dichterer Takt auf vielen Bus- und Bahnlinien wirklich sind. Und wie sinnvoll die 37 Millionen Euro Steuergeld aus dem Bundeshaushalt in Bonn angelegt waren.

Die Kandidaten-Kür: 2020 stehen Kommunalwahlen (Stadtrat, Oberbürgermeister und Bezirksvertretungen) an. Mit der Suche nach Kandidaten werden die Parteien bereits in diesem Jahr starten. Einige langjährige Mandatsträger werden nicht mehr antreten. Dazu gehören der Ratsherr und frühere CDU-Fraktionsgeschäftsführer Georg Fenninger (66) sowie die SPD-Mandatsträger Helmut Redeker und Herbert Spoelgen. Bei den Grünen hat Peter Finger seinen Rückzug aus der Kommunalpolitik angekündigt. Bei der FDP halten sich die Fraktionsmitglieder noch bedeckt. Weitermachen will auf jeden Fall Oberbürgermeister Ashok Sridharan, der 2015 mit 50,06 Prozent ganz knapp im ersten Wahlgang das Rennen für sich entschied. Sridharan hat inzwischen öffentlich erklärt, er wolle für eine zweite Amtszeit zur Verfügung stehen.

Die Venusberg-Seilbahn:Im Laufe des Jahres wird nach bisherigem Stand die volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Berechnung für das umstrittene Seilbahnprojekt vorliegen. Die Stadt hat die Untersuchung in Auftrag gegeben und rechnet bis zum Sommer mit Ergebnissen. Die Idee einer Seilbahn vom UN-Campus bis hoch auf den Venusberg mit der Option einer Verlängerung über den Rhein ist also weiter in der Prüfung, nachdem eine erste Machbarkeitsstudie das Projekt als realistisch eingestuft hat. Die volkswirtschaftliche Betrachtung muss zu einem positiven Ergebnis kommen, um eine 90-prozentige Förderung des Landes zu erhalten. Sonst wäre die Seilbahn gestorben, gegen deren Bau einige Anwohner in Dottendorf und Umgebung protestieren.

Das Beethoven-Jubeljahr: Der 250. Geburtstag ist zwar erst 2020, aber die Feiern starten schon in diesem Jahr. Bereits im Sommer plant das Beethoven-Haus die Eröffnung einer neu gestalteten Ausstellung am Geburtsort des berühmten Komponisten. Generalmusikdirektor Dirk Kaftan gibt mit dem Beethoven Orchester am 16. Dezember das Eröffnungskonzert des Jubiläumsjahrs. 2020 kann sich das Publikum auf Stars wie Teodor Currentzis und Sir Simon Rattle mit dem London Symphony Orchestra freuen.

Das Opernhaus: Nicht nur bei den Bädern steht eine Bürgerbeteiligung an - sondern auch zur Zukunft der städtischen Theatergebäude. Von sechs Gutachter-Varianten will Oberbürgermeister Ashok Sridharan nur zwei zur Abstimmung stellen: Entweder Instandsetzung der Oper, des Schauspiels und der Theaterwerkstätten Beuel für zusammen rund 130 Millionen Euro – wobei bereits die Kosten für eine Interimsspielstätte aus Holz berücksichtigt wären. Oder Abriss der Oper und Neubau als Einspartenhaus am bisherigen Standort, verbunden mit der Instandsetzung der Häuser in Bad Godesberg und Beuel. Das würde laut Stadt zusammen mit der Interimsspielstätte etwa 161 Millionen Euro kosten. Der Rat muss der Bürgerbeteiligung noch zustimmen.

Der Stadtdechant: Habemus sacerdotem – wir haben einen neuen Pfarrer. Auf diese Meldung hatten nicht nur die Mitglieder der Münstergemeinde gewartet: Weil deren leitender Pfarrer zugleich die Funktion des Stadtdechanten erfüllt, hatte das gesamte katholische Bonn auf diese Personalie geblickt. Viel schneller als erwartet hat das Erzbistum Köln mit dem Bad Godesberger Pfarrer Wolfgang Picken einen Nachfolger für Wilfried Schumacher gefunden, der nach dem sogenannten Finanzskandal am Münster im Mai 2018 von allen Ämtern zurückgetreten war. Im März wird Picken seinen Dienst am Münster antreten. Die Basilika ist seit anderthalb Jahren wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten geschlossen. Für immer geschlossen hat seit September 2018 der Münsterladen.

Die Baseball-EM: Im September findet in Bonn und in Solingen die Baseball-Europameisterschaft statt. Nach der Sanierung eines Platzes im Baseballstadion der Bonn Capitals in der Rheinaue soll jetzt auch ein zweiter Platz für rund 745.000 Euro modernisiert und bis zur EM fertiggestellt sein. Bei der Sanierung des zweiten Spielfelds stehen vor allem die Anforderungen an den Platz als Bundesstützpunkt und Landesleistungszentrum im Mittelpunkt. 48 Prozent der Kosten trägt das Land NRW. Die Anlage ist einer von zwei Bundesstützpunkten des Deutschen Baseball- und Softball-Verbandes.

Die Nordbrücke: Während die Stadt Bonn noch mit dem Abriss und Neubau der Viktoriabrücke beschäftigt ist – mit dem Abschluss der Arbeiten wird nicht vor 2021 gerechnet –, müssen sich die Autofahrer auf weitere Brückenbauarbeiten in Bonn gefasst machen. Der Landesbetrieb Straßen NRW will nach Ende der Sanierung der linksrheinischen Vorlandbrücke der Nordbrücke im Frühjahr die Sanierung der Brücke fortsetzen. Ab 2028 soll die Friedrich-Ebert-Brücke abgerissen und im Zuge des Neubaus sechsspurig werden.

Der Klärschlamm:Die Pläne für eine Klärschlamm-Verbrennungsanlage auf dem Areal der Müllverbrennungsanlage (MVA) hat der Stadtrat vorübergehend auf Eis gelegt. Bürger aus der Weststadt und Endenich hatten massiven Protest gegen die Anlage angemeldet. Sie fürchten vor allem eine drastische Zunahme des Lastwagenverkehrs im Bonner Westen. Wie es weitergeht, ist offen: Die Stadt Bonn muss bis 2029 ihre Klärschlamm-Verbrennung neu organisieren, weil der Gesetzgeber bis dahin eine verbindliche Rückgewinnung von Phosphor festgeschrieben hat. Als eine Alternative zum Standort an der MVA ist weiterhin ein Neubau der bestehenden Anlage am Salierweg denkbar.

Mehr von GA BONN