Nordbrücke: Das befürchtete Chaos bleibt bislang aus

Nordbrücke : Das befürchtete Chaos bleibt bislang aus

Sanierung der Bonner Nordbrücke: Der Landesbetrieb Straßenbau, das Bonner Tiefbauamt und die Bonner Stadtwerke ziehen Bilanz und sind nach der ersten Woche erleichtert.

Die erste Woche ist geschafft. Trotz widriger Wetterbedingungen gleich zum Auftakt der Bauarbeiten auf der Friedrich-Ebert-Brücke (Nordbrücke) ist der Landesbetrieb Straßenbau NRW zuversichtlich, die maroden Fahrbahnübergänge auf beiden Seiten bis zum Ende der Ferien ausgetauscht zu haben, damit der Verkehr wieder ungehindert fließen kann. Erleichtert zeigten sich die Stadtwerke Bonn: Danach waren Busse und Bahnen in Bonn von den Auswirkungen der Bauarbeiten weniger betroffen, als vorher befürchtet worden war.

"Die Arbeiten stellen uns bei den extremen Wetterbedingungen natürlich vor ganz besondere Herausforderungen", sagte am Freitag Jörg Bodenmüller, der für den Landesbetrieb die Bauaufsicht übernommen hat. Immerhin arbeiten die Männer auf der Brücke rund um die Uhr und sind seit Tagen starken Regenfällen ausgesetzt. Ob der Zeitplan bis Ende der Ferien einzuhalten ist, hänge davon ab, wie die Wetterprognosen für die nächsten Wochen ausfielen.

"Wir kommen langsam in die Phase, wo wir den Korrosionsschutz auftragen müssen. Da können wir Nässe nicht gebrauchen", sagte Bodenmüller. Er gehe aber davon aus, den Zeitplan einhalten zu können. Zurzeit behelfen sich die Arbeiter mit Zelten. Am Wochenende müssten sie allerdings wieder abgebaut werden, weil dann die neuen Fahrbahnübergänge per Kran angeliefert und auf der Fahrbahn fixiert werden müssen.

  • Als "Leistungsträgerin" in der staureichen Woche in und um Bonn herum hat sich Heinz Jürgen Reining zufolge vor allem die Stadtbahnlinie 66 erwiesen. "Dieses Angebot wird sehr gut genutzt und trägt dazu bei, die Straßen vom Autoverkehr zu entlasten", sagte der Geschäftsführer von SWB Bus und Bahn am Freitag. Die Linie verbindet in den Hauptverkehrszeiten Siegburg, Bonn und das Siebengebirge im Zehn-Minuten-Takt.
  • Die Busse standen dagegen vor allem im Feierabendverkehr öfter im Stau. Vor allem am Montag und Mittwoch verzeichneten die Stadtwerke erhebliche Verspätungen auf beinahe allen Linien. Traurige Spitzenreiterin war laut SWB-Sprecher Werner Schui die Buslinie 605, die auf ihrer Route von Graurheindorf über die Innenstadt nach Duisdorf und Alfter im Berufsverkehr fast durchgängig von Staus betroffen war.
  • Die Umleitung des Flughafenbusses über die A555 und A59 habe sich nicht immer als die beste Variante erwiesen, weil der Verkehr auch dort zeitweise zum Erliegen kam. Die Busfahrer wählten deshalb hin und wieder den Weg über die Dörfer und brachten so ihre Fahrgäste einigermaßen pünktlich zum Ziel.
  • Kaum genutzt wurde den Stadtwerken zufolge die SWB-Hotline (Rufnummer 0228/7114660) zu allen Fragen rund um den Bus- und Bahnverkehr. Eine Erklärung dafür hat Anja Wenmakers, Leiterin der Marketingabteilung bei Bus und Bahn, nicht. Größer war die Nachfrage nach den "Brückentickets", mit denen die Fahrgäste zwei Monate lang zum günstigeren Tarif Bus und Bahn nutzen können. Bisher haben rund 500 Bürger zugegriffen. Insgesamt sei die Zahl der Stammkunden in Bonn, die über ein Job-, Abo- , Schüler- oder Studienticket verfügten, mit rund 140.000 sehr hoch. Die "Brückentickets" gibt es in den Service-Centern der SWB, sie können aber auch unter der Rufnummer 0228/7114620 und 7114670 bestellt werden.
  • Auch aus Sicht der Stadt Bonn läuft es entgegen anfänglicher Befürchtungen recht gut. "Natürlich hat die Brückenbaustelle negative Auswirkungen auf den Verkehr in Teilen des Stadtgebietes", sagte Tiefbauamtsleiter Peter Esch, "aber das befürchtete Chaos ist aus unserer Sicht bislang ausgeblieben."

Das hatte auch der Duisburger Stauforscher Michael Schreckenberg kürzlich in einem Interview mit dem General-Anzeiger vorausgesagt - vorausgesetzt, die Bürger würden hinreichend informiert. Das haben die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis mit ihrer Informationskampagne auch gut umgesetzt, ist Esch überzeugt. Der absolute Hit ist laut Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann der mobile Plan der Stadt im Internet, der rund um die Uhr über die aktuelle Verkehrslage informiert. Er wurde bisher 460.000 Mal aufgerufen.

Zu finden ist er auf www.bonn.de/@aktuelle-verkehrslage.

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