Stadtpatronefest: Dank an Helfer und Lebensretter

Stadtpatronefest : Dank an Helfer und Lebensretter

Das traditionelle zehntägige Stadtpatronefest zu Ehren der Bonner Schutzheiligen Cassius und Florentius steht diesmal unter einem besonderen Vorzeichen: Unter dem Motto „Sie für uns – wir für Bonn“ soll auf das Engagement der Helfer und Lebensretter von heute aufmerksam gemacht werden.

Gesammelte Fotos von mehr als 50 Polizisten, Brandschützern, Sanitätern, Straßenreinigern und anderen Haupt- wie Ehrenamtlichen wurden zu einem Mosaik zusammengefügt, das die Bonner Skyline zeigt. Zur Eröffnungsmesse am Sonntagabend ist das Bild neben dem Haupteingang des Münsters aufgehängt worden.

„Es steht schlecht um die Dankbarkeit in unserer Gesellschaft“, beklagte Stadtdechant Wilfried Schumacher in seiner Predigt, zu wenige Menschen täten noch etwas für andere, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Umgekehrt sei auch die Bereitschaft gesunken, unentgeltliche Hilfe anzunehmen, da viele die Sorge vor daraus resultierenden Verpflichtungen umtriebe.

Wie üblich bat der Stadtrat, vertreten durch Bezirksbürgermeister Helmut Kollig, um die Öffnung der Gruft, nachdem die hölzernen Reliquienbüsten der beiden Märtyrer in einer Prozession um das Münster getragen worden waren. Der Stadtdechant klopfte, wie es die Tradition verlangt, bei seiner Antwort dreimal mit dem Vortragekreuz auf die Grufttüren, zur Untermalung der Zeremonie erklang die Cassius-Florentius-Fanfare. Erst die Öffnung der Krypta markiert den offiziellen Beginn der Festdekade.

Zum ersten Mal nahm auch die rumänisch-orthodoxe Gemeinde Bonns an der Veranstaltung teil – Cassius und Florentius sollen vor dem morgenländischen Schisma gelebt haben und werden deshalb konfessionsübergreifend verehrt, ein Grußwort des Vorstehers wurde bei der Messe übersetzt. Die Namen der mythischen Schutzpatrone prägen das Stadtbild, etwa durch die steinernen Skulpturen ihrer Köpfe vor dem Münster, die Cassius-Bastei und den Florentiusgraben; ebenso findet sich eine Darstellung der beiden in historischen Stadtsiegeln.

Das Stadtpatronefest endet am 18. Oktober, bis dahin finden täglich außer sonntags Mittagsgebete mit Prozession (12.15 Uhr), Gebete mit persönlichem Segen (15.30 Uhr) und Pilgermessen (18 Uhr) statt. Am Samstag, 15. Oktober, gibt es um das Münster herum wieder eine Familienrallye (13 bis 16 Uhr). Am Sonntag, 16. Oktober, beginnen um 10 Uhr im Münster der Festgottesdienst mit Kerzenopfer des Stadtrats und in Endenich das Marterfest. Die Gruft wird am Dienstag, 18. Oktober, im Rahmen einer Messe um 18 Uhr wieder geschlossen.

Wer das Bonner Münster bis dahin nicht besucht hat, wird wahrscheinlich vorerst keine Gelegenheit mehr bekommen: Für eine geplante Generalsanierung, die mindestens zwei Jahre dauern soll, wird die Kirche dann geschlossen sein – neben zu behebenden Schäden an der Bausubstanz ist auch die Elektrik dringend überholungsbedürftig.

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