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Coronakrise: Bonner Feuerwehr muss sich vor Ansteckung schützen

Einsätze in Corona-Zeiten : Bonner Feuerwehrkräfte müssen vorsichtig sein

Die Namen und Adressen von Corona-Erkrankten sind bewusst nicht bei der Leitstelle der Feuerwehr hinterlegt. Es geht darum, dass die Helfer bei jedem Einsatz höchste Vorsicht walten lassen.

Die Namen und Adressen von Corona-Erkrankten, Verdachtsfällen und von Bonnern, die sich derzeit vorsorglich in Quarantäne befinden, sind zwar der Stadtverwaltung bekannt, in der Leitstelle der Bonner Feuerwehr aber nicht hinterlegt. Die entsprechenden Informationen könnten dann interessant sein, wenn die Rettungskräfte zu einem Gebäude gerufen werden, in dem sich ein Erkrankter befindet. So könnten Einsatzkräfte bei einem Brand, einer Hilfeleistung oder einem anderen Notfall unwissentlich in Kontakt mit einem Infizierten kommen.

Erst am Samstag war eine mit Covid-19 infizierte Frau in Brandenburg in einen Autounfall verwickelt. Widerrechtlich verließ sie ihre Quarantäne und verunglückte. Erst als sie sich den Polizisten offenbarte, konnten diese unter Vollschutz den Unfall aufnehmen.

In erster Linie geht es um die Eigensicherung

Die Namen und Adressen sind bewusst nicht in der Bonner Leitstelle hinterlegt, wie Feuerwehrsprecher Frank Frenser dem General-Anzeiger erklärt. „Wir wollen keine greifbare Sicherheit erzeugen“, so Frenser. Alle Rettungskräfte sollen mit der gleichen Vorsicht und Konzentration an die jeweilige Einsatzstelle fahren und dort arbeiten. Alle seien derzeit besonders auf Eigensicherung sensibilisiert worden.

Dazu gehört auch, dass beispielsweise während einer Evakuierungsmaßnahme zu Betroffenen Abstand gehalten wird. Sollten Menschen bei einem Brandereignis Rauchgasvergiftungen erleiden und dabei husten, legen die Einsatzkräfte die entsprechende Schutzausrüstung an. „Die Kollegen achten bei Einsätzen besonders auf die bekannten Symptome einer Corona-Infektion und schützen sich in entsprechenden Fällen“, so der Sprecher.

Damit die Einsatzkräfte bestmöglich geschützt sind, erfragen die Disponenten in der Leitstelle schon bei einem Notruf-Eingang auch nach den Symptomen von Erkrankten oder Verunfallten, sodass die Notfall- und Rettungssanitäter schon entsprechend geschützt zu einem Patienten fahren können.

Wie alle anderen Feuerwehren und Rettungsdienste in Deutschland verzeichnet auch die Bonner Feuerwehr derzeit einen hohen Verbrauch an Schutzmaterialien, wie Atemschutzmasken, Schutzbrillen, Handschuhen und anderen Materialien. Derzeit sei die Bonner Feuerwehr in puncto Schutzmaterialien noch gut aufgestellt, allerdings sagt Frenser auch, dass das Lager „nicht mehr so gut bestückt ist, wie sonst“.