Vor 25 Jahren: Claus Werner Müller lernte seine Frau über Kontaktanzeige kennen

Vor 25 Jahren : Claus Werner Müller lernte seine Frau über Kontaktanzeige kennen

Vor 25 Jahren gab es noch keine Online-Partnerbörsen, geschweige denn das Internet. Vor 25 Jahren veröffentlichten Singles Anzeigen in Wochenblättern und Zeitungen. So machte es auch Claus Werner Müller, Sprecher des Beueler Schiffer-Vereins.

"Wundertüte, in die man reingreifen muss", war sein Werbespruch, den er 1986 anonym unter einer Chiffre-Nummer im General-Anzeiger abdrucken ließ. Und es biss tatsächlich eine Dame an: Margot hieß sie, 43 Jahre alt. "Aber ich musste mogeln und machte mich drei Jahre jünger", erzählt sie. Denn der damals 40-Jährige Müller hatte angegeben, dass seine eventuelle Partnerin maximal 40 sein dürfte. Das flog auch nicht auf. Zwar wohnten sie nur knapp 200 Meter Luftlinie auseinander, gesehen hatten sie sich dennoch nie.

Trotz der anfänglichen Schummelei feiern die beiden in diesem Jahr Silberhochzeit und sind glücklich verheiratet. Und Fans des Pärchen-Gottesdienstes im Bonner Münster. Gestern waren sie zum zweiten Mal da. "Der Segen ist einfach schön", sagt Margot Müller, obwohl sie evangelisch ist. Wer genau der heilige Valentin war und was ihn zum Patron der Liebenden macht, weiß sie nicht. Allgemein halten die Müllers nicht viel von den vielen Geschenken und Blumen am Valentinstag. "Das ist alles zu wirtschaftlich, zu kommerziell", findet Claus Werner Müller. Der Gottesdienst sei da eine gelungene Abwechslung.

"Abwechslung muss es auch in der Ehe geben, bei uns ist das ein stetes Ringen umeinander", erzählt er und betont nochmal: "Kein Ringen mit-, sondern umeinander". Frau Margot stimmt zu und fasst ihm auf die Schulter, während sie steht und er auf der Kirchenbank sitzt. Solchen Körperkontakt suchen in diesem Moment viele der rund 80 Pärchen im Münster. Junge, Alte, Menschen im Rollstuhl. Jeder hat eine eigene Liebesgeschichte zu erzählen.

Die von Margot und Claus Werner Müller kennt einige Hochs und Tiefs. Die erste gemeinsame Reise nach nur wenigen Wochen, als sie sich kennenlernten, ging nach Namibia - weil sie dort eine Freundin besuchte und er mitdurfte. Schicksalsreich waren vor allem die vergangenen elf Jahre. Der politische Rummel um Claus Werner Müller, die schwere Krankheit seiner Frau, Vorfälle in der Familie. "Wir haben eine Menge zusammen durchgestanden", sagen sie. Das habe sie zusammengeschweißt. Ganz ohne Valentin.

Ursprung des Valentinstages

Der Valentinstag erinnert an den Heiligen Valentin von Terni, Bischof und Märtyrer der frühen Kirche. Er wurde als Patron der Liebenden verehrt und soll sie auch entgegen gesetzlicher Vorschriften und gesellschaftlicher Ansichten gesegnet haben. Einer Überlieferung zufolge traute er mehrere Brautpaare, darunter Soldaten, die nach damaligem kaiserlichen Befehl unverheiratet bleiben mussten. Dabei soll er den Vermählten auch Blumen aus seinem Garten geschenkt haben. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, standen unter einem guten Stern.

Claudius II. ließ Valentin am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens enthaupten. Der Gedenktag wurde von Papst Gelasius I. 469 für die ganze Kirche eingeführt, 1969 jedoch aus dem römischen Kalender gestrichen. Vor allem in England und später in den USA war der Valentinstag sehr beliebt.