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Cityring in Bonn: In der Innenstadt ändert sich erneut die Verkehrsführung

Ende des Probelaufs auf dem Cityring : In der Bonner Innenstadt ändert sich erneut die Verkehrsführung

In der Innenstadt ändert sich am Mittwoch die Verkehrsführung – wieder einmal. In der Rathausgasse gibt es nun Gegenverkehr, und der Bahnhof ist nicht mehr über den Busbahnhof erreichbar. Die Verwaltung rechnet mit Kosten in Höhe von 25.000 Euro.

Nach dem Test ist vor dem Test: Das gilt – von einer wesentlichen Ausnahme abgesehen – von diesem Mittwoch an für Autofahrer in Bonn. Mit dem Dienstag nämlich enden nach einem halben Jahr die Testphasen auf dem Cityring. Während der Versuch an vielen Stellen zurückgedreht wird; erleben Verkehrsteilnehmer am Bahnhof die wohl einschneidendste Veränderung: Er ist fortan nicht mehr aus Richtung Kaiserstraße und Wesselstraße zu erreichen.

Auch in der Kaiserstraße bleibt es beim Vorrang für Bus- und Radfahrer. Für die zuständigen Abteilungen der Stadtverwaltung bedeutet das: Sie muss auf Beschluss des Stadtrats vom 6.Februar nun einmal mehr Schilder austauschen oder abkleben, Piktogramme neu markieren und sich auf Lob und Kritik aus der Bürgerschaft einstellen. Die Regelungen im Einzelnen:

In der Bonner Innenstadt ändert sich am Mittwoch erneut die Verkehrsführung. Foto: grafik

■ Rathausgasse: Die Wiederherstellung der alten Verkehrsführung ab Mittwoch bedeutet, dass das Abbiegen vom Belderberg in die Rathausgasse wieder gestattet wird. Allerdings müssen Autofahrer hier mit Gegenverkehr rechnen: So soll testweise bis zum 18. Juni die Achse Rathausgasse/Am Hof zwischen der Straße Am Neutor (Martinsplatz) und Belderberg für den Radverkehr in Richtung Rhein geöffnet werden.

■ Stockenstraße: Auch hier erfährt der Test noch eine Verlängerung: Denn auch die umgedrehte Einbahnstraßenregelung in der Stockenstraße zwischen Rathausgasse/Am Hof und Franziskanerstraße bleibt bis zum 18. Juni bestehen, weil die Testphase erst dann im Stadtrat bewertet werden soll. Das bedeutet, dass auch die umgedrehte Einbahnstraßenregelung in der Franziskanerstraße bis zu diesem Zeitpunkt bestehen bleiben muss. Bis dahin besteht also erst einmal keine Möglichkeit, vor dem Koblenzer Tor vom Belderberg nach rechts in die Franziskanerstraße einzubiegen.

■ Wesselstraße/Am Neutor: Unbefristet beschlossen wurden in der Februarsitzung des Stadtrates auch einige Regelungen, die nicht mehr dem ursprünglichen Zustand wie vor Beginn der Testphase entsprechen. So konnte etwa die SPD eine Mehrheit dafür finden, in der Straße Am Hof ein Linksfahrgebot in die Straße Am Neutor einzurichten. Ausschließlich Anlieger der Wesselstraße dürfen noch Am Hof geradeaus in die Wesselstraße fahren. An der Maximilianstraße (Busbahnhof) müssen jedoch auch sie nach links in Richtung Kaiserplatz abbiegen – es sei denn, es handelt sich um Lieferanten für das Maximiliancenter. Für Autofahrer aus Richtung Belderberg bedeutet dies: Der Weg durch die Rathausgasse führt nicht mehr zum Bahnhof, wie dies „seit eh und je“der Fall war. Vielmehr gelangt man bestenfalls zum Hofgarten, der indes auf direkterem Weg über Belderberg und Adenauerallee zu erreichen ist. Der alte Cityring vorbei am Bahnhof ist somit Geschichte.

■ Maximilianstraße: Die Einbahnstraße Maximilianstraße zwischen Kaiserplatz und Wesselstraße wird wieder – wie vor dem Test – in Richtung Kaiserplatz umgedreht. Der einzige Verkehr, der hier noch rechtmäßig fließen kann, ist der genannte Liefer- und Anliegerverkehr.

■ Kaiserstraße: Die Verkehrsführung in der Kaiserstraße, in der zurzeit Bus- und Radverkehr Vorrang haben, wird nicht geändert. Somit bleibt die gemeinsame Umweltspur für Busse und Radfahrer bestehen, die Parkplätze entlang dem Gehweg kehren nicht wieder. Radfahrer in Richtung Norden nutzen weiter den bestehenden Radweg entlang der Bahn oder können sich den Fahrstreifen mit den Autofahrern teilen. Mit Ablauf der Testphase am Mittwoch entfällt aber das Rechtsfahrgebot in die Nassestraße. Damit ergibt auch die Einbahnregelung auf der Riesstraße keinen Sinn mehr. Einen Antrag der CDU, auch die Fritz-Tillmann-Straße wieder in beide Richtungen befahrbar zu machen, war im Stadtrat hingegen mehrheitlich abgelehnt worden. Somit wird in diesem Teil der Südstadt der Status quo ante lediglich teilweise wiederhergestellt.

■ Bahnhof: Die Erreichbarkeit des Bahnhofs hatte nach der Ratsentscheidung in besonderem Maße Fragen aufgeworfen. Während der Weg aus Richtung Rathausgasse/Wesselstraße und Kaiserstraße wie skizziert versperrt ist, bleiben die Zufahrt durch die Südunterführung und über Meckenheimer Allee und Quantiusstraße bestehen. Sobald das im Bau befindliche Parkhaus an der Rabinstraße fertig ist, wird dieses zudem vom Kreisverkehr am Alten Friedhof zu erreichen sein. Nach Kenntnisstand der Stadtverwaltung soll dies im April oder Mai der Fall sein. Die Gesamtkosten für die veränderte Beschilderung und Markierung schätzt die Stadt nach Angaben von Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann derzeit auf rund 25 000 Euro. Ausnahmeregelungen für Taxis gibt es übrigens nicht.