Klärungsversuch scheitert: Buschdorfer Vorkindergarten schließt

Klärungsversuch scheitert : Buschdorfer Vorkindergarten schließt

Am Mittwoch scheiterte ein Klärungsversuch zwischen Kirche und Leiterin zur Raumfrage. Die Eltern des kleinen Vorkindergartens im alten Buschdorfer Pfarrhaus von St. Aegidius sind, wie sie der katholischen Gemeinde St. Thomas Morus schrieben, "entsetzt".

Offensichtlich solle "eine Instanz an der Kirche in Buschdorf" nach 25 Jahren Bestand beziehungsweise nach 17 Jahren unter der jetzigen Leitung am 15. Juli geschlossen werden, klagte Martina Jörger, eine der Mütter, dem GA am Dienstag. Fünf Kinder, die drei Jahre alt werden, haben einen Platz im regulären Kindergarten bekommen. Für weitere fünf unter Dreijährige gibt es noch keinen Ersatz.

Die "Instanz" ist keine katholische Einrichtung, hat aber im Einverständnis mit der Kirche mietfrei im Pfarrhaus bestanden. "Wo bleibt da die Verpflichtung der Kirche gegenüber unseren zehn Kindern?", fragen die Eltern.

In Eigenleistung habe man im vergangenen Sommer noch die durch Schimmelbefall unbrauchbare Einrichtung und Spielsachen ersetzt, als man in eine andere Etage umgezogen sei.

Großes Bedauern

"Wir bedauern es sehr, dass die Leiterin ihre Spielgruppe spätestens ab dem 1. August 2016 in unserer Kirchengemeinde nicht mehr anbieten wird", erklärte auf GA-Anfrage am Mittwoch Pfarrer Hermann Bartsch für die Gemeinde St. Thomas Morus. Seit vielen Jahren habe die Frau in kostenlos angebotenen Räumen von St. Aegidius eine Spielgruppe geleitet.

Die Eltern hätten ihre Beiträge unmittelbar an sie gezahlt. Seit geraumer Zeit sei das Pfarrheim aber sehr sanierungsbedürftig, so Bartsch. Für die Zeit der Sanierungsarbeiten und darüber hinaus habe die Gemeinde der Spielgruppe Räume in anderen Pfarrheimen angeboten. "Eine Einigung über eine solche Alternativmöglichkeit ist leider nicht zustande gekommen", sagte der Pfarrer. Daraufhin habe die Leiterin gegenüber der Kirchengemeinde am Mittwoch schriftlich erklärt, jegliches etwaige Vertragsverhältnis zu beenden.

Hohe Investitionskosten könnten nicht getragen werden

Nach GA-Informationen wären auf die Erzieherin hohe Investitionskosten zugekommen, die sie nicht hätte tragen können. Die Frau selbst will sich aus juristischen Gründen nicht zum Stand der Dinge äußern. Bleiben nun nach dem Scheitern der Verhandlungen die Konsequenzen für die Familien.

Je zehn unter Dreijährige seien an St. Aegidius jeweils drei Vormittage die Woche drei Stunden lang liebevoll betreut worden, blickt Martina Jörger für die Familien zurück. "Wir wollten für unsere Kleinen bewusst noch keine Vollzeitbetreuung im Kindergarten buchen. Zudem wäre einigen von uns ein U 3-Platz auch zu teuer", erläutert Jörger.

Die bisherige Betreuung sei so preiswert gewesen, dass jede Familie sie habe zahlen können: Nur 50 Euro seien im Monat pro Kind zu zahlen gewesen. Die Erzieherin habe sich außergewöhnlich engagiert. Für die Familien stehe nun ihre Kleinkindbetreuung auf dem Spiel, so Jörger.

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