Stadt Bonn zentralisiert Meldewesen: Bürgerämter in Godesberg, Beuel und Hardtberg vor dem Aus

Stadt Bonn zentralisiert Meldewesen : Bürgerämter in Godesberg, Beuel und Hardtberg vor dem Aus

Die Bonner Stadtverwaltung will ihren Service verbessern und dabei auch noch Geld sparen. Drei Bürgerdienste werden zu einem Dienstleistungszentrum zusammengefasst. Die Bürgerämter in den Stadtbezirken sollen sukzessive geschlossen werden.

Drei Dienste, ein Schalter: Ab diesem Frühjahr müssen Bonner Bürger nicht mehr an drei verschiedenen Schaltern anstehen, wenn sie sich an- oder abmelden, wenn sie einen neuen Ausweis oder Reisepass beantragen oder ein Fahrzeug anmelden müssen, sondern können alles aus einer Hand erledigen: "Solche dezentralen Organisationsformen können wir uns nicht mehr leisten - und es bringt erhebliche Qualitätsverbesserungen für die Bürger", ist der für Organisation und Personal zuständige Dezernent, Wolfgang Fuchs, überzeugt. "Wer umzieht oder sein Portemonnaie verloren hat, der kann alle Dokumente an einem Schalter beantragen", erklärt George Tulbure von der Projektgruppe.

Nur mit Termin: Tulbure verweist auf eine weitere "wesentliche Verbesserung" für die Bürger: "Es wird unsere Dienstleistung in Zukunft nur noch nach Terminvereinbarung geben - wie beim Arzt, nur dass Sie bei uns maximal fünf Minuten warten müssen." Wochen- oder monatelanges Warten auf einen Termin soll es indes nicht geben, verspricht Abteilungsleiter Thomas Fricke. "Auch heute schon ist es ja möglich, Termine zu vereinbaren. Dadurch vermeiden Sie unter Umständen langes Warten am Schalter", so Fricke. Termine sind online und telefonisch zu vereinbaren. Natürlich soll es für "Härtefälle", also besonders eilige Angelegenheiten, auch in Zukunft die Möglichkeit geben, kurzfristig bei einem Sachbearbeiter seine Angelegenheiten vorbringen zu können. "Aber im Gegensatz zum System mit Wartemarke können Sie die Wartezeit anderweitig nutzen und müssen nicht bleiben, bis Sie dran sind", so Fricke. "Wer aber kurz vor Betriebsschluss kommt, muss damit rechnen, erst für den nächsten Morgen einen Termin zu bekommen."

Ein Einsparpotenzial von 1,3 Millionen Euro an Personalkosten pro Jahr sieht Fuchs durch die Maßnahme. "Diese lässt sich aber nur sukzessive im Zuge der personalwirtschaftlichen Umsetzungsmaßnahmen unter Ausnutzung der natürlichen Fluktuation realisieren", erläutert Fuchs. Der Vorteil des neuen Systems liegt auf der Hand: Wenn zukünftig jeder alles kann - also egal ob Kfz-Zulassung oder neuen Personalausweis beantragen -, dann kann das Personal wesentlich flexibler eingesetzt werden. Zurzeit sind in den Bürgerämtern 58 Mitarbeiter im Einsatz - inklusive der Außenstellen in Godesberg, Beuel und Hardtberg. Künftig soll es insgesamt nur noch 44 Planstellen geben.

Stadtbezirke: Die Aufrechterhaltung der Dienstleistungen in den Bezirksrathäusern ist personal- und kostenintensiv. "Um den Betrieb im Hardtberg aufrechtzuerhalten, muss ich sieben Stellen vorhalten - egal, ob zehn oder hundert Bürger kommen", so Fricke. Daher will die Stadtverwaltung die Bürgerämter in den Stadtbezirken sukzessive schließen. Das Amt im Hardtberger Rathaus, das saniert wird, wird gar nicht erst wieder einziehen. Ende 2015 schließt das Bürgeramt in Bad Godesberg, Anfang 2016 das in Beuel. Bezirksvertretungen und Rat, so die Verwaltung, haben dabei keine Beschlusskompetenz. Es handele sich um die "Organisationshoheit des Oberbürgermeisters".

Provisorien und Neuerungen

Aufgrund der Umbauarbeiten befindet sich der Wartebereich der Bürgerämter derzeit im Foyer des Stadthauses. Die Umbauarbeiten sollen "um Ostern" abgeschlossen sein, teilte das Presseamt der Stadt mit.

Auch heute ist bereits in den drei Bereichen Bürgerämter, Kfz-Zulassungsstelle und Führerscheinstelle eine Terminreservierung online unter www.bonn.de/@termine oder unter der Telefonnummer 0228/776677 möglich.

In den Stadtbezirken Bad Godesberg, Beuel und Hardtberg soll in Zukunft Zug um Zug ein Dienstleistungstag pro Woche je Bezirk eingeführt werden, so Dezernent Wolfgang Fuchs. Er sei insbesondere für weniger mobile Bürger gedacht.

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