Kommentar zur Viktoriabrücke: Brenzlige Situationen entstehen

Kommentar zur Viktoriabrücke : Brenzlige Situationen entstehen

Die Bürgersteig-Verbreiterung ist eine Lachnummer. Radfahrer sollten besser auf einer mit Pylonen gesicherten Fahrbahn fahren.

Es stimmt. Auch die derzeitige Verkehrsführung auf der Viktoriabrücke ist keineswegs zufriedenstellend. Die Gefahr, von einem Auto überholt und dabei umgefahren zu werden, besteht für Radfahrer zwar nicht mehr, wenn sie denn den Bürgersteig mitnutzen. Aber auch auf dem Bürgersteig geht es mitunter gefährlich zu, und betroffen sind dabei auch und vor allem die Fußgänger – das schwächste Glied in der Kette der Verkehrsteilnehmer.

Wer auf dem Bürgersteig auf der Brücke unterwegs ist – ob per Pedes oder mit dem Rad – kann da schnell in eine brenzlige Situation geraten. Da hilft auch der angeklebte Asphaltstreifen von gerade einmal 60 Zentimetern Breite nicht. In dem Punkt sind sich wohl alle ausnahmsweise einig: Der ist eine Lachnummer. Das Geld hätte sich die Stadt Bonn sparen können.

Vernünftig hört sich dagegen die Idee an, die Fahrspuren auf der Brücke während der Bauphase in der Mitte mit Pylonen zu trennen, um Überholmanöver der Autofahrer zu unterbinden. Die brachten nämlich die Radler in die gefährliche Situation.

Die Radfahrer hätten dann auf der Fahrbahn Vorfahrt, und die Autofahrer angesichts eines maximalen Zeitverlust von einigen Sekunden kaum Nachteile. Verzögerungen entstehen lediglich, wenn sie hinter Radfahrern die Brückenrampen hochfahren. Die Fußgänger hätten den Bürgersteig wieder für sich.

Eine Idee, die die Verwaltung zumindest einmal ausprobieren sollte. Immerhin ist doch ihr erklärtes Ziel, Fahrradhauptstadt Europas zu werden. Da darf man getrost mehr Kreativität und Innovation erwarten. Vor allem, wenn es sich wie bei der Viktoriabrücke um eine Sondersituation handelt. Und die bleibt uns noch eine ganze Weile erhalten.