Gärten in Bonn und der Region: Botanische Gärten laden zu Tag der Artenvielfalt ein

Gärten in Bonn und der Region : Botanische Gärten laden zu Tag der Artenvielfalt ein

Am Sonntag haben Botanische Gärten zum Tag der Artenvielfalt eingeladen. Den ganzen Tag konnten in Bonn und der Umgebung 40 verschiedene Einrichtungen besucht werden.

Es blühte und summte hinter dem Poppelsdorfer Schloss. Die Botanischen Gärten hatten für Sonntag anlässlich des UN-Tags der Artenvielfalt zum „Markt der Möglichkeiten“ eingeladen. Das üppige weiß-gelbe Blütenmeer der Spiegelei-Blumen war für Bienen und Besucher gleichermaßen ein Hingucker. Angelegt hat das kleine Biotop eine Initiative.

Zwischen den Spiegelei-Blumen summt es Die Mitglieder von „Bonn blüht und summt“ verteilten an ihrem Stand Tütchen mit Samen einheimischer Wildpflanzen. „Obwohl wir uns erst 2018 gegründet haben, sind wir mit unserer Verteilaktion in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal hier in Poppelsdorf vertreten“, sagte Ursula Katthöfer. Anlass zur Vereinsgründung – Teil der Initiative „Bonn im Wandel“ – sei gewesen, etwas gegen das Artensterben zu unternehmen. Denn mehr Arten als je zuvor sind vom Aussterben bedroht, teilte jüngst noch der in Bonn ansässige Weltbiodiversitätsrat IPBES mit. Dem könne man begegnen, indem man Blühwiesen anlege, die den rund 560 Bienenarten Futter, Baumaterial und Nistplätze böten, so Katthöfer. Dazu verteilten die Ehrenamtler regional angepasstes Saatgut für das Rheinland, das sie zum Beispiel über die beiden Biostationen der Region beziehen.

Die waren auch selbst im Schlossgarten vertreten. Monika Hachtel von der Station Rhein-Erft in Dransdorf klärte die Besucher unter anderem über einheimische Molcharten auf. Bedroht sei von den vier heimischen Arten zum Glück nur der Kammmolch. Einen stattlichen Vertreter seiner Art entführte die Biologin zur Freude der anwesenden Amphibienfreunde kurz aus seinem Domizil in einem der mitgebrachten Terrarien. Nebenan informierten die Kollegen der Biostation Rhein-Sieg aus Eitorf über heimische Streuobstwiesen und regionale Produkte. Der Apfelsaft, den die Station regelmäßig verkauft, genieße unter Kennern Kultstatus, hieß es. „Seit über zehn Jahren, immer am 22. Mai oder dem darauffolgenden Sonntag, veranstalten wir unseren Entdeckungstag“, sagte der technische Leiter des Parks, Markus Radscheit. Die Artenvielfalt der Region könne man in der Biotopanlage neben dem Schloss hautnah erleben: Alle 17 verschieden Vegetationszonen, die es zwischen Kölner Bucht, Eifel und Westerwald gibt, sind dort im Kleinen zu sehen.

So war dies das passende Umfeld für die rund 50 Akteure, die am Schloss und im Nutzgarten der Universität über ihre Arbeit berichteten. Vertreten waren auch weitere Einrichtungen, die sich in der Region für die Erforschung und Erhaltung von Fauna und Flora einsetzen. Heinrich Gerling vom Umweltbildungszentrum Pleistalwerk setzt sich etwa dafür ein, die Industriebrache in Sankt Augustin zu einem „Hybrid aus Bildungszentrum und Biotop“ zu entwickeln.

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